Aufsatz 
Out of the box : Technikforschung, Museum, Gender und Queer / Sophie Gerber
Entstehung
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Sophie Gerber

beschrieben bereits vor ihr West und Zimmerman alsdoing gender. 18 Gender wird hergestellt durch eingeübte Akte und alltägliches, wiederholtes Agieren und Interagieren entlang von Normen - Menschen verhalten sich so, wie es ihrer geschlechtlichen Kategorie entsprechend erwartet wird. Die Idee desdo­ing gender erlaubt es, gesellschaftliche Konstruktionen von Gender nachzu­vollziehen.

Kritisiert wird das Konzept desdoing gender jedoch dafür, die Unvermeid­barkeit von Ungleichheit und die Beharrlichkeit von Genderstereotypen zu be­tonen. Der Fokus auf die Konstruktion von Gender durch individuelles Handeln und soziale Interaktionen, die Anpassung an Gendernormen und somit auch Reproduktionen von Geschlecht birgt die Gefahr, das Potential der Akteur_in- nen zu einemundoing gender zu verschleiern. Als konstruktivistischer Ansatz bietet es aber auch die Möglichkeit des Dekonstruierens an, schließlich können sich gegenderte Festschreibungen ändern, wenn sich die sozialen Handlungen dahinter ändern oder auflösen. Menschliche agency hat das Potential, sich tra­dierten Skripts zu widersetzen und auf diese Art den Essentialismus der Gen- derbinarität herauszufordern.

Diesesundoing gender bringt die individuelle Handlungsebene mit jener grö­ßerer, struktureller und mitunter institutioneller Zusammenhänge zusammen und zeigt, wie deren Zusammenwirken Wandel hervorbringen kann . 19 Denn struktu­reller Wandel allein kann für den oder die Einzelne eine Veränderung bedeuten, muss allerdings nicht. Deutsch schlägt vor, vondoing gender zu sprechen, wenn es um die Reproduktion von Genderdifferenzen geht undundoing gen­der zu verwenden, wenn Bezug genommen wird auf soziale Interaktionen, die Genderdifferenzen reduzieren. Wenn Widerständigkeiten, d. h. ein Verhalten entgegen der Stereotype behandelt wird und Wandel in Richtung Gleichstel­lung im Fokus steht, bietetundoing gender ein nützliches analytisches Werk­zeug . 20

Dekonstruktion

Um die Selbstverständlichkeiten von Technologien und Genderstereotypen zu befragen, müssen diese erkannt und der Versuch einer Dekonstruktion unter­nommen werden. Diese Herangehensweise führt den Gedanken der Konstruk-

18 Candace West, Don H. Zimmerman: Doing Gender, in: Gender & Society 1 (1987), Heft 2, S. 125-151.

19 Vgl. Deutsch, siehe Anmerkung 1 6.

20 Ebd., S. 122-123.

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