Aufsatz 
Out of the box : Technikforschung, Museum, Gender und Queer / Sophie Gerber
Entstehung
Seite
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Out of the box

An die kritische Medienforschung anknüpfend, können Technikmuseen sich der Herausforderung stellen, über queere Technologien nachzudenken, die hetero­normativem und binärem Denken widerstehen, z. B. im Zusammenhang mit Computerspielen und Hacking. 38 Weitere Felder, in denen Anknüpfungspunkte zu finden sind, sind beispielsweise Medizin- und Reproduktionstechniken, die zunehmend smarte Technisierung von Haushalten, aber auch zeitgenössische Kunst und künstlerische Forschung. 39

Gender, Vielfalt und Museum

Die Vielfalt von Gender ist bislang wenig im Fokus vieler Museen, kann aber nicht übersehen werden, wenn von einem inklusiven Museum die Rede sein soll. Das Beachten marginalisierter Personen(gruppen), die traditionell alsdie Anderen gesehen wurden, macht das Museum zu einer inklusiven Institution, die Wissen generiert anstatt tradierte Vorstellungen zu wahren. Indem Museen ihren Horizont erweitern und sich für eine plurale Gesellschaft öffnen, werden sie bunter, vielfältiger und stellen sich breiter auf.

Verschiedene Initiativen geben Impulse für die Arbeit mit queerer Geschich­te und Kultur in Archiven und Museen. Seit 2014 setzen sich Netzwerke wie Queering the Collections in den Niederlanden oderMuseen queeren Berlin für das verstärkte Sammeln, Erforschen und Ausstellen von queerer Geschichte und Kultur ein. Das ProjektBeyond the Binary im Pitt Rivers Museum Ox­ford und die LGBTQ Working Group am Londoner Victoria and Albert Museum arbeiten daran, queere Geschichten in den Sammlungen zu entdecken und ein Verständnis für queere Identitäten und Perspektiven zu erreichen. Neben der Sammlungs- und Ausstellungsarbeit konzipieren diese Interessensgruppen ver­schiedenste, meist öffentliche Formate, wie Führungen und Diskussionsrunden.

38 Z. B. versammelt eine Sonderausgabe derCritical Studies in Media Communications Artikel zuQueer technologies, vgl. u. a. die Einleitung von Adrienne Shaw, Katherine Sender: Queer technologies. Affordances, Affect, Ambivalence, in: Critical Studies in Media Communication 33 (2016), Heft 1, S. 1-5. Das Schwule Museum Berlin hat die erste Ausstellung zu queeren Com­puterspielen gezeigt: Rainbow Arcade: Queere Videospielgeschichte 1985-2018, Kuratorjn- nen: Adrienne Shaw, Jan Schnorrenberg, Sarah Rudolph, 14.1 2.2018-13.5.2019.

39 Zach Blas hat z. B. einen künstlerisch-queeren Zugang zu Technik gewählt. Im Rahmen seiner ArbeitQueer Technologies hat er aus der Verwendungsperspektive Technologien für eine quee­re Nutzung neu erdacht und konstruiert.

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