Sophie Gerber
Kampfbegriff zu sein und bietet Anknüpfungspunkte für weitere technikhistorische Studien und museale Praxen.
Queerness und Nicht-Binaritäten können als Gegenstand der Forschung dienen, aber auch erkenntnisleitender, methodischer Analyseschlüssel sein. Ein interdisziplinärer Ansatz, der sich verschiedenen Theorien und Methoden bedient und weniger auf die Genese technischen und wissenschaftlichen Wissens als auf Akteurjnnen und ihr Handeln mit Dingen fokussiert, erlaubt eine Annäherung an „queere“ Geschichte, d.h. der Geschichte vielfältiger Identitäten und Ausdrucksformen. Materielle Kultur und die sie umgebenden Diskurse bieten einen Zugang zu einer (Technik-)Geschichte abseits starrer Kategorisierungen. Hinsichtlich historischer Museumsarbeit wurde bislang viel zum Sammeln und Ausstellen unter Gesichtspunkten von gender und queer geforscht. Anwendung finden die Ergebnisse bislang jedoch wenig. Wünschenswert ist eine stärkere Verknüpfung aktueller Forschung und musealer Praxis in dieser Hinsicht. Auch das Sammeln digitaler Kultur kann eine Möglichkeit sein, queere Geschichte zu sammeln, da das Internet für die LGBTIQ+-Gemeinschaft eine wichtige Möglichkeit darstellt, sich selbst auszudrücken, zu entdecken und zu experimentieren. Geschichte queer zu verstehen und zu entdecken, kann die Technikgeschichte bereichern. Multiperspektivität statt Eindimensionalität, Akteurjnnen und ihre Geschichten können der Schlüssel sein für die historische und gegenwärtige Beschäftigung mit Technik, auch im Museum.
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