Aufsatz 
"...aber wenn du merkst, dass den männlichen Kollegen mehr zugetraut wird als dir..." :Arbeitskontexte, Erfahrungen und Interessen von Dissertant_innen an der TU Wien / Brigitte Ratzer, Bettina Enzenhofer
Entstehung
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Dissertant innen an der TU Wien

je mehr Schülerjnnen davon überzeugt sind, dass sie in Mathematik gut sind, desto besser schneiden sie bei Leistungsüberprüfungen auch ab. Im konkreten Fall des Schulunterrichts bedeutet das, dass die Haltung der Lehrperson Ein­fluss auf die Leistungen der Schülerjnnen hat. Dass dieser Stereotype Threat sehr wirksam ist, wurde unter anderem bei Mädchen bzw. Frauen für das Fach Mathematik untersucht . 8 Die naturwissenschaftlich-technischen Lösungskom­petenzen bei Schülerinnen erwiesen sich als besonders abhängig von den ver­mittelten Rollenzuschreibungen. Zudem weisen einige Untersuchungen darauf hin, dass Mädchen bei schriftlichen Arbeiten besser benotet werden, wenn nicht bekannt ist, dass die Arbeit von einem Mädchen kommt . 9 Fassen wir die Ergebnisse der Schulforschung zusammen, so entsteht folgen­des Bild: Mädchen und Burschen zeigen erstens unterschiedliche Interessen in den Naturwissenschaften und werden zweitens durch die Materialien und Inter­aktionen in den Schulen zusätzlich unterschiedlich motiviert und angesprochen.

Befunde aus dem Hochschulbereich & eigene Datenerhebung

Diese Themenkreise finden sich auch im Hochschulbereich: Einerseits der Dis­kurs, dass Mädchen bzw. junge Frauen in Natur- und Ingenieurwissenschaften andere Interessen hätten als Burschen bzw. junge Männer. Auch hier wird davon ausgegangen, dass Frauen sich mehr für Menschen, Umwelt und Soziales in­teressieren, während Männer auch reine Theorie oder bloßes und zunächst an­wendungsfreies Tüfteln und Basteln anspricht. Entsprechend finden sich Maß­nahmen, wie interdisziplinäre Studiengänge, die verstärkt Frauen ansprechen sollen, da sie mit einer Erweiterung der klassischen naturwissenschaftlich-tech­nischen Ausbildung in Richtung Medizin, Ökologie o. A. punkten. Aber auch aus dem Umstand, dass Frauen gegenüber Männern in den MINT 10 -Fächern be­nachteiligt werden, entstanden Maßnahmen, die Veränderungen bewirken soll­ten. Hier stechen besonders reine Frauenstudiengänge hervor, die meist parallel zu bestehenden Studiengängen eingerichtet werden . 11 Nichtsdestotrotz steigt im deutschsprachigen Raum der Anteil weiblicher MINT-Studierender nur sehr

8 Christine Logei, Jennifer Peach, Steven Spencer: Threatening gender and race: Different ma­nifestations of stereotype threat, in: Michael Inzlicht, Toni Schmader (Hg.): Stereotype threat. Theory, process, and application. New York 2012, S. 159-172; Theresa Kaar:Thinking women were bad at math impairs early neural processing: Effects of stereotype threat on working memory performance and P300. Masterarbeit Salzburg 2015, S. 35.

9 Wiesner, siehe Anmerkung 2.

10 MINT: Abkürzung für die Fachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

11 https://www.studis-online.de/Studienfuehrer/frauenstudiengaenge.php (22.1.2019)

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