Brigitte Ratzer, Bettina Enzenhofer
Sonderauswertung der Studierenden-Sozialerhebung festgestellt, dass TU- Wien-Student_innen „deutlich häufiger aus gehobener bzw. hoher Schicht (59 Prozent)“ 23 kommen als Studentjnnen anderer Universitäten (53 Prozent). Dies setzt sich insbesondere in der Gruppe der Doktoratsstudentjnnen fort: „An der TU Wien sind verglichen mit anderen Universitäten überdurchschnittlich viele Doktoratsstudierende aus der gehobenen (39 Prozent vs. 32 Prozent) oder hohen Schicht (24 Prozent vs. 21 Prozent) und vergleichsweise wenige aus der niedrigen Schicht (12 Prozent vs. 21 Prozent).“ 24 Dissertantinnen, deren Eltern nicht Akademikerjnnen sind, haben in den Interviews mitunter davon berichtet, die erste in der Familie mit einem Doktortitel sein zu wollen bzw. mit ihrem Doktorat etwas beweisen zu wollen.
Parallel zu den Interviews wurde ein Fragebogen mit ähnlichen Fragestellungen konzipiert. Mit diesen Daten wollten wir insbesondere erheben, ob und falls ja, welche Unterschiede es zwischen Dissertanten und Dissertantinnen bezüglich unserer Forschungsfrage und Hypothesen gibt.
Daten III: 404 Online-Fragebögen
Im April 2017 wurde ein Online-Fragebogen an alle 2502 Dissertantjnnen der TU Wien verschickt. Dieser fokussierte auf Themen, die auch in der quantitativen Analyse der Bibliotheksdaten sowie in den Interviews wesentlich waren: Motivation zur Dissertation, Geschlecht der Betreuungsperson und inhaltliche Ausrichtung der Dissertation.
404 Dissertantjnnen (276 Männer bzw. 68,3 Prozent, 118 Frauen bzw. 29,2 Prozent, 10 ohne Angabe bzw. ohne binäre Zuordnung bzw. 2,5 Prozent 25 ) haben den Fragebogen vollständig ausgefüllt. Die Frage nach dem Grund, eine Dissertation zu schreiben, wurde als offene Frage gestellt und die Antworten geclustert. Demnach liegt die Motivation für Dissertantjnnen am häufigsten (von 1 60 Dissertantjnnen bzw. 40 Prozent genannt) auf inhaltlicher Ebene: Sie haben in ihrer Dissertation ein interessantes Thema gefunden, wollen ihr Fachwissen vertiefen, ihre Diplomarbeit vertiefen bzw. sich nach Wahl spezialisieren. Am zweithäufigsten (145 Dissertantjnnen bzw. 36 Prozent) wurde wissen-
23 Angelika Grabher, Sarah Zaussinger, Martin Unger: Studierende an der Technischen Universität Wien. Sonderauswertung der Studierenden-Sozialerhebunq 2011. Wien 2014.
24 Ebd.
25 Die Frage nach dem Geschlecht wurde bewusst als offenes Freifeld definiert. Der Großteil der Dissertantjnnen ordnete sich binär (männlich/weiblich) zu, acht Personen haben keine Angabe gemacht, eine Person hat „X“ eingetragen, eine Person „non-binary adressed female at birth“.
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