Dissertant innen an der TU Wien
schaftliches Arbeiten als Grund für eine Dissertation genannt: Dissertantjn- nen haben das Ziel, als Wissenschaftlern zu arbeiten, wollen einen Beitrag zur Wissenschaft leisten bzw. an einer Universität forschen. Zwischen 40 und 50 Dissertantjnnen (10-1 2 Prozent) nennen zudem folgende Gründe: höhere Qualifikation/höheres Gehalt, persönliche Weiterentwicklung/Wissensdrang, gutes Klima in der Arbeitsgruppe/Universität als bekanntes Umfeld, Synergien zwischen Job und Dissertation/bezahlte Dissertationsstelle. Die überragend hohe Bedeutung des Interesses für das Dissertationsthema bzw. der Wunsch, sich weiterzubilden, zeigt sich auch in den Antworten auf die Frage, inwiefern bestimmte von uns vorgegebene Aussagen am Beginn der Dissertation für die Dissertantjnnen relevant waren: Die höchste Zustimmung gab es bei den Aus- agen „meine Dissertation dient dem eigenen Wissenszuwachs bzw. der persönlichen Weiterbildung“ und „ich schreibe eine Dissertation, weil mich das Thema so interessiert“.
Demgegenüber ist die Ablehnung von Aussagen wie z. B. „ich schreibe eine Dissertation, um eine ,Pause 1 zu haben und darüber nachdenken zu können, was ich später machen will“, „in meinem Fach ist es eine Selbstverständlichkeit, eine Dissertation zu schreiben“ oder „ich hatte Role Models in der Familie, Verwandtschaft oder in meinem persönlichen Umfeld“ am größten.
Was Männer und Frauen unterscheidet
Letztere Aussage zeigt zudem einen signifikanten Zusammenhang mit Geschlecht: 69 Prozent der Männer (190), aber nur 53 Prozent der Frauen (63) geben an, keine Role Models gehabt zu haben, 19 Prozent der Männer (52) und 24 Prozent der Frauen (28) stimmen voll oder eher zu, auf Role Models zurückblicken zu können. Ein weiterer signifikanter Zusammenhang mit Geschlecht ergibt sich aus den Antworten auf die Aussage „Ich bin von meinem Betreuer/ meiner Betreuerin angesprochen worden, ob ich zu diesem Thema dissertieren möchte“: 47 Prozent der Männer (129) aber nur 35 Prozent der Frauen (41) bejahen die Aussage, 53 Prozent der Männer (147) aber 65 Prozent der Frauen (77) verneinen sie. Das bedeutet, dass rund die Hälfte der Männer, aber nur ein Drittel der Frauen aktiv eingeladen wurden, ihre Dissertation am betreffenden Institut zu verfassen, ein Unterschied, der sich auch in der Literatur findet. 26 Ein dritter signifikanter Geschlechterunterschied konnte in der Frage gefunden
26 Husu, siehe Anmerkung 21, S. 38.
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