Aufsatz 
"...aber wenn du merkst, dass den männlichen Kollegen mehr zugetraut wird als dir..." :Arbeitskontexte, Erfahrungen und Interessen von Dissertant_innen an der TU Wien / Brigitte Ratzer, Bettina Enzenhofer
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Brigitte Ratzer, Bettina Enzenhofer

werden, ob die Studierenden ihre Dissertation alleine oder im Team schreiben: 58 Prozent der Männer (159), aber 71 Prozent der Frauen (84) schreiben sie alleine, 25 Prozent der Männer (69) und 23 Prozent der Frauen (27) im Team, 14 Prozent der Männer (39), aber nur drei Prozent der Frauen (vier) sowohl als auch. 27 Auch das deckt sich mit der Literatur: Frauen fühlen sich wesentlich öfter vereinzelt und isoliert. Wie bereits in der Auswertung der Bibliotheksdaten findet sich auch in den Ergebnissen der Online-Studie ein signifikanter Zusam­menhang zwischen dem Geschlecht der Studierenden und der Betreuungsper­son: 21 Prozent der Dissertantinnen (25) aber nur neun Prozent der Dissertan­ten (25) schreiben bei einer Frau als hauptbetreuende Person.

Was Männer und Frauen gemeinsam haben

Keine signifikanten Geschlechtsunterschiede zeigen sich hingegen in der Wahl einer praktischen oder theoretischen Arbeit sowie zwischen Grundlagen- oder Angewandter Forschung. Auf die FrageMeine Dissertation ist eine praktische/ Laborarbeit, eine theoretische Arbeit oder beides antworten 42 Prozent der Frauen (50) und 45 Prozent der Männer (1 25), dass sie eine praktische Ar­beit durchführen, 32 Prozent der Frauen (38) und 28 Prozent der Männer (78) machen eine theoretische Arbeit und von 21 Prozent der Frauen (25) und 23 Prozent der Männer (63) kommt als Antwort, dass sie beides machen. Über­raschend auch, dass sich keine Unterschiede bei der Frage nach der Verödung des Forschungsthemas in der Grundlagenforschung oder in der angewandten Forschung oder einer Mischung daraus zeigen. Gleich viele Männer wie Frau­en (je 27 Prozent bzw. 75 Männer, 32 Frauen) arbeiten in der Grundlagen­forschung, dasselbe Bild (54 Prozent Frauen und 55 Prozent Männer bzw. 64 Frauen, 151 Männer) zeigt sich hinsichtlich angewandter Forschung und beides machen 1 5 Prozent der Frauen (1 8) und 1 6 Prozent der Männer (45). Auf der Qualifikationsstufe des Doktorates haben sich also die Interessen so weit an­geglichen, dass die in der Schulforschung noch auffällig unterschiedlichen Prä­ferenzen von Mädchen und Buben verschwunden sind.

Nur 29 Prozent (117) aller Dissertant_innen geben an, ihre Betreuungsperson vor der Dissertation nicht gekannt zu haben, 42 Prozent (171) wurden von die­ser Person bereits bei ihrer Bachelor-/Masterarbeit betreut. Während für knapp die Hälfte (190) aller Dissertantjnnen zwar wichtig war, genau bei dieser Per-

27 Je drei Prozent haben die Frage nicht beantwortet.

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