Brigitte Ratzer, Bettina Enzenhofer
sors, assistants, staff has been one of the most disturbing misfortunes I have experienced at TU so far.“ Demgegenüber diffamiert ein Dissertant Gleichstellungsmaßnahmen: „Frauenförderung schön und gut, aber der Genderwahn an der TU hat perverse Ausmaße angenommen, die den Goodwill der männlichen Dissertanten bereits überstrapaziert haben.“ Und ein anderer Dissertant spricht das Vereinbarkeitsthema an, das er bei seiner Frau verödet: „Nein, ich benötige keinen Ausbau von externen Betreuungseinrichtungen für meine Kinder, das übernimmt, Gott sei Dank, meine Frau mit vollem Einsatz und Freude.“
Resümee
Im Hinblick auf unsere Forschungsfrage, ob es einen Unterschied in den fachlichen Interessen von Männern und Frauen gibt, lässt sich nach der Analyse unserer drei Datenquellen festhalten: Wenngleich die Anteile der weiblichen und männlichen Studierenden an den Fakultäten unterschiedlich sind, so liegt das nicht an einem fundamentalen geschlechtsspezifischen Interessensunterschied, sondern an anderen Faktoren. Unsere Analyse zeigt signifikante Unterschiede in der Betreuung: Frauen betreuen doppelt so oft Dissertationen von Frauen als Männer dies tun - oder anders formuliert: wo Frauen sind, kommen Frauen dazu. Ein erster Hinweis, dass für Dissertantinnen neben dem Forschungsthema auch noch andere Faktoren bedeutsam sind. Entgegen den Aussagen aus der Literatur sind Männer und Frauen gleichermaßen in der Grundlagenforschung wie in der angewandten Forschung zu finden. Ebenso gibt es keine signifikanten Unterschiede bei experimentellen oder theoretischen Arbeiten. Wie weit die Forschungsthemen durch Fördergeber fremdbestimmt sind, lässt sich mit dem vorhandenen Material schwer beantworten und auch die Frage, in welchem Ausmaß wissenschaftliche Freiheit in MINT-Fächern überhaupt möglich ist unter den herrschenden Rahmenbedingungen.
Warum lassen sich in unserer Studie die aus Schulbefunden bekannten geschlechtsspezifischen Interessen nicht in der Gruppe der Doktoratsstudierenden finden? Eine Erklärung dafür könnte die Selektion im Bildungsweg sein: Ist in der Schule noch eine Grundgesamtheit von Kindern/Jugendlichen zu finden, so gehen den Weg bis zum Doktorat nur die, die ein hohes fachliches Interesse haben und bereits lange an einer technischen Hochschule sozialisiert sind. Frauen müssen sich in Männerdomänen oft anpassen, um bestehen zu können
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