Gelebte Utopie
wie wir mit unseren Vehikeln nicht nur die Kinder erreichen, sondern auch die Lehrenden verschiedenster Unterrichtsfächer für eine inklusive Technikbildung gewinnen können.
Empirisches Beispiel: „Kids4Wearables“ (2017-2019)
Die Projekte „Engineer Your Sound!“ und „transFAIRmation“ haben gezeigt, dass inklusive Technikbildung Interdisziplinarität bzw. die Form des fächerübergreifenden Projektunterrichts erfordert und dass prinzipiell alle Fächer für Technikbildung geeignet sind - je nachdem, ob es um Anwendungswissen oder Reflexionswissen geht. Aber bislang standen in allen unseren Projekten immer die Interessen der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt und Projektpartner*innen bzw. wir selbst boten Inputs an, begleiteten die Aktivitäten pädagogisch wie didaktisch.
Mit dem aktuell laufenden Projekt „Kids4Wearables“ 52 wählten wir erstmals einen anderen Zugang, um die didaktische Arbeit weitestgehend bei den Lehrenden zu lassen und damit auch die Chance nachhaltiger Veränderungen in den beteiligten Schulen zu erhöhen. So lernten auch dieses Mal Kinder mit einem von Technik scheinbar unabhängigen Interessensthema naturwissenschaftliche und technologische Inhalte kennen und eigneten sich technologische Kompetenzen an. Als Vehikel haben wir bei „Kids4Wearables“ das Thema Mode gewählt. Das technologische Feld, das damit erschlossen werden soll, sind Wearable Technologies, die am Körper getragen werden können (z. B. Pulsmesser, Smart- watches) aber auch Technologien, die Menschen mit einer Beeinträchtigung in ihrer Eigenständigkeit unterstützen. Die letztendlich 1 29 teilnehmenden Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 15 Jahren waren aber erst die zweite Gruppe an Lernenden im Projektverlauf. Die erste Gruppe waren die beteiligten Lehrenden, die zuvor in gemeinsamen Workshops und Weiterbildungen lernten, wie mittels E-Textiles, forschendem Lernen und einfachem Programmieren technologische Inhalte an das Thema Mode geknüpft werden können.
52 Am Projekt nehmen fünf Schulen (aus dem Primär- und Sekundärbereich, Unterstufe) mit insgesamt ca. 130 Schülerinnen, z. T. mit einem hohen Anteil von Kindern aus Migrant*innen-Fa- milien teil. Es sind außerdem zwei Institute der Johannes Kepler Universität Linz - das Institut für Pervasive Computing und die Abteilung für Soft Matter Physics, sowie eine Professorin für MINT-Didaktik - weiters die Lenzing AG, ein Hersteller von holz-basierten Cellulosefasern in der Region, und eine Künstlerin, die den Projekteinstieg zum Thema Mode gestaltete, beteiligt. Die Anzahl und Diversität der Partner war eine Vorgabe des Förderprogramms „Talente Regional“ der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft, mit deren Finanzierung das Projekt umgesetzt wird. Birgit Hofstätter koordiniert das Projekt von der Internationalen Akademie Traunkirchen aus, Anita Thaler führt gemeinsam mit Michaela Jahrbacher vom IFZ die Begleitforschung des Projektes durch.
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