Aufsatz 
Making als Vermittlungsmethode zur genderinklusiven Berufsorientierung : Werkstattbericht zum Forschungsprojekt "NextGenLab" / Theresa Unger
Entstehung
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Theresa Unger

Projekthintergrund II - Die Zukunft der Arbeit im Museum?

Die Aufgabe des TMW ist es nicht nur, ein bloßer Ausstellungsort zu sein, son­dern ein Ort der Begegnung mit und der Vermittlung von Technologie: ein nie­derschwelliger Lernort, an dem junge aber auch erwachsene Besucherinnen die Welt der Technik mit dem eigenen Alltagsleben in Verbindung bringen kön­nen. Denn dieses Alltagsleben ist - oft unbemerkt - verwoben und bewegt von den technologischen Umständen und Veränderungen unserer Zeit. Dies hat eine ganz grundsätzliche Gültigkeit, aber in Zeiten der fortschreitenden Di­gitalisierung auch eine besondere Aktualität, die sich in der Sonderausstellung Arbeit & Produktion. weiter_gedacht_ 12 widerspiegelt. Bestehend aus drei Ausstellungsbereichen kreist diese darum, wie sich Konsum und Produktion, und damit einhergehend Arbeit(sbilder) unter den Einflüssen aktueller Techno­logieentwicklung verändern. 13 Im sogenannten Basecamp, einer eigenen Ge­bäudestruktur mitten im Museum, die seit 201 6 Fläche für Sonderausstellun­gen bietet, ist bis zum Frühsommer 2020 der AusstellungsteilIn Produktion untergebracht, der Themen wie Digitalisierung, Automatisierung und Persona- lisierung in Produktionsabläufen behandelt. Der AusstellungsteilIn Arbeit - eine Aktualisierung des bereits bestehenden Dauerausstellungsbereichs - wirft einen Blick in die historische Entwicklung von Produktionstechniken, Arbeit und Berufsbildern, und reiht damit die sogenanntevierte industrielle Revolution historisch ein.

Das techLAB nun als dritte, interaktive Komponente, lädt die Besucherinnen ein, selbst tätig und kreativ zu werden. Hier sollen der Umgang mit neuen Tech­nologien, digitales Verständnis und kreative Problemlösungen als zukunftswei­sende Kernkompetenzen niederschwellig zugänglich gemacht werden. Dabei steht aber nicht nur der technologische Aspekt im Vordergrund, die Techno­logien sollen als Tools für kreative, schöpferische Betätigung eingesetzt wer­den. Das techLAB versteht sich als eine Art von Makerspace oder Fab Lab 14 , Werkstätten die aus der Maker-Bewegung hervorgekommen sind 15 , in denen

1 2 Ausstellungseröffnung: 1 5.11.2018.

13 Ausstellungskurator*innen: Mechthild Dubbi, Elisabeth Limbeck-Lilienau, Lisa Noggler-Gürtler, Maria Prantl, Christopher Roither, Helene Wagner, Gudrun Weisz, Hubert Weitensfelder sowie Marie-Theres Gartner (Assistenz).

14 Fab Lab = fabrication laboratory; siehe Henrike Boy, Gerda Sieben (Hg.): Kunst & Kabel: Konstruieren. Programmieren. Selbermachen. Köln 2017, S. 10-11.

15 Siehe Chris Anderson: Makers. Das Internet der Dinge: die nächste industrielle Revolution. Mün­chen 2013, S. 33-35, 52-64.

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