Theresa Unger
Das Forschungsprojekt NextGenLab will nun die spezifischen Angebote in diesem neuen Vermittlungsraum gezielt weiterentwickeln, dabei den gesellschaftlichen Bedarf aufgreifen, und konkrete Möglichkeiten finden, museale Vermittlungsarbeit, Entwicklungen am Arbeitsmarkt und konkrete, maßgeschneiderte Bildungsangebote miteinander zu verweben.
Das Forschungsprojekt - Zielgruppe und Projektaufbau
Mit NextGenLab richten sich das TMW und seine Partnerinnen an Jugendliche in jenem Zeitabschnitt, in dem Berufsorientierung zentral stattfindet, beginnend mit der siebenten Schulstufe (also im Alter von etwa 13 Jahren), wo diese erstmals in den Lehrplänen verankert ist, und endend mit der 13. Schulstufe (mit etwa 19 Jahren). Jene zunächst klar umrissen scheinende Zielgruppe ist tatsächlich breit gefächert. Die Voraussetzungen, mit denen die Jugendlichen auf das techLAB treffen, differieren auf vielen Ebenen wie geschlechtlicher Identifikation, Alter und Entwicklungsstand, Bildungsniveau, Bildungshintergrund und -kontext, technischem Vorwissen, bereits erfolgter beruflicher Orientierung etc. Schülerinnen in den letzten Pflichtschuljahren fallen ebenso darunter, wie Schülerinnen in allgemeinen oder berufsbildenden Oberstufen, junge Menschen in Fachausbildungen bzw. Lehren sowie Jugendliche ohne Arbeits- bzw. Ausbildungsplatz. Schon die Reflexion der unterschiedlichen Begriffe, mit denen wir die Menschen in dieser Zielgruppe bezeichnen, macht die Breite noch einmal deutlich, denn sie geben Hinweise auf die unterschiedlichen sozialen Implikationen, die auch die pädagogischen Beziehungen und die Kommunikationsebenen beeinflussen können: Schülerinnen, Lehrlinge, Mädchen und Buben, Jugendliche, junge Frauen und Männer, junge Menschen etc.
Auch das soziale Umfeld, in dem das techLAB erlebt wird, hat einen Einfluss auf die Beschaffenheit der Vermittlungssituationen. So muss ein Programm, das Schülerinnen im Klassenverband (mit allen darin bestehenden Dynamiken) erreichen will, andere Anforderungen erfüllen, als ein Workshop oder gar offener Betrieb für Einzelbesucher*innen, den man dann mit einzelnen Freundinnen, im Familienkontext oder allein/in einer Gruppe mit Unbekannten besucht.
Darüber hinaus richtet sich NextGenLab auch insbesondere an Mädchen und junge Frauen, um den stereotypen Verknüpfungen von Technologie und Männlichkeit und ihren konkreten Auswirkungen im technischen Berufsbereich entgegenzuwirken. Aus diesem Blickwinkel gesehen sind in allen genannten Zielgruppen-Konstellationen genderrelevante Dynamiken verwoben, deren
130