Forschungsprojekt „NextGenLab'
es sich bewusst zu sein gilt. So arbeitet beispielsweise eine Minderheit von Mädchen in einer „Bubenklasse“ unter spezifischen Voraussetzungen, oder gestaltet sich der Besuch eines Mädchens mit ihrem Vater gegebenenfalls anders, als einer mit ihrem Vater und ihrem Bruder, bzw. haben Workshops in einer reinen Mädchen- oder Bubenrunde eigene Dynamiken etc. Auf die Spezifika dieser heterogenen Zielgruppen eingehend will sich Next- GenLab nun auf die Suche nach strukturellen Potenzialen und Leerstellen im Zusammenwirken der Akteur*innen zwischen Bildung, Technologie und Arbeitsmarkt begeben. In diesem Feld kann das TMW, das im Bildungsbereich ebenso aktiv ist wie in Forschung und Industrie, eine besondere Stellung einnehmen. Es fungiert als Schnittstelle zwischen Schulen, außerschulischen Bildungseinrichtungen, überbetrieblichen Ausbildungsorganisationen, Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen und hat somit das Potenzial zu vermitteln, wo sonst die direkten Kommunikationswege fehlen, und kann mit Angeboten wirksam werden, die an die konkreten Bedürfnisse angepasst sind. So sollen praxisnahe und innovative Berufsorientierungsangebote geschaffen werden, denen gleichzeitig ein genuiner Bildungsauftrag und eine emanzipatorische Absicht zugrunde liegen: die Erfahrung von Technikermächtigung und Selbstwirksamkeit 20 , und erst als Folge davon die niederschwellige Aneignung konkreter berufsrelevanter Fertigkeiten zum praktischen Nutzen der jungen Menschen. Welche strukturellen Bausteine das TMW dazu entwickeln kann und wie diese gestaltet sein müssen, ist Gegenstand der Forschung von NextGenLab.
Den Ausgangspunkt der Forschung bildet eine umfassende Bedarfsanalyse 21 um die Forschungsfragen aus den Perspektiven der verschiedenen Akteur*innen im Spannungsfeld zwischen Bildung, Arbeitsmarkt und Industrie zu beleuchten. Im ersten Teil der Bedarfsanalyse soll die Expertise von den Jugendlichen selber abgeholt werden, in Form von sechs Fokusgruppen mit Schülerinnen der siebenten bis zur 13. Schulstufe aus unterschiedlichen Schultypen (NMS, PTS, AHS und BHS) 22 aus Wien und Niederösterreich sowie einer Fokusgruppe mit Lehrlingen aus einer überbetrieblichen Ausbildungsorganisation. Die forschungsrelevanten Erfahrungen von jugendlichen Einzelbesucherinnen im offenen Betrieb werden in Form von Online-Fragebögen erhoben.
20 Selbstwirksamkeit ist ein von Albert Bandura geprägter Begriff aus der kognitiven Psychologie, der das Zutrauen einer Person schwierige Situationen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können bezeichnet.
21 Abschluss Bedarfsanalyse: Mai 2019.
22 Neue Mittelschule, polytechnische Schule, allgemeinbildende höhere Schule, berufsbildende höhere Schule.
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