Theresa Unger
Den zweiten Teil bilden Interviews mit Expertinnen aus den Bereichen MINT-Hochschulbildung und Genderkompetenz, Kunstpädagogik und Werkerziehung, Digitalisierung und Berufsorientierung im Unterricht, Industrie 4.0 sowie Arbeitsmarkt und Digitalisierung. Die in fünf teilstandardisierten Interviews erfassten Perspektiven und Empfehlungen zum techLAB sollen zur konzeptionellen Entwicklung der Vermittlungsinhalte und -formate herangezogen werden, um so auf konkrete Bedürfnisse in den Feldern einzugehen.
Der dritte Teil der Bedarfsanalyse setzt sich wiederum aus fünf teilstandardisierten Interviews mit Partnerinnen aus Industrie, Bildung und Wirtschaftsinfrastruktur zusammen, auf deren Grundlage gemeinsam konkrete Ansatzpunkte entwickelt werden sollen.
Neben der Bedarfs- wird auch eine Umfeldanalyse 23 durchgeführt, in deren Rahmen Austausch mit anderen internationalen musealen Makerspaces stattfinden soll, aber auch die Erfahrungen außermusealer Fab Labs, die Spezialkompetenz im Bereich des pädagogischen Making oder des gendersensiblen Arbeitens haben, miteinbezogen werden.
Auf den durch die Bedarfs- und Umfeldanalyse gewonnen Daten, Erfahrungen und Feedbacks basiert die Entwicklung der Vermittlungskonzepte und -formate. 24 Diese Vermittlungskonzepte sollen auf unterschiedliche Vermittlungsszenarien und inhaltliche Schwerpunkte eingehen und werden über eine 13-monatige Testphase 25 im techLAB erprobt und weiterentwickelt. Auch für die Weiterentwicklung der räumlichen Gestaltung des techLAB wird die so geschärfte Gender-Perspektive miteinbezogen, um in dem mintunter männlich konnotierten Werkraum Perspektiven und Identifikationspotenzial für alle Geschlechter anzubieten.
Eine spezielle Rolle im Forschungsprojekt nimmt die Entwicklung einer On- line-Plattform für das techLAB ein. Diese Plattform, die durch die Projektpartnerinnen von Lekton entwickelt wird, hat eine mehrdimensionale Funktion: Sie ist als Sharing-Ort für das techLAB gedacht, wo Nutzer*innen Zugang zu Informationen, Techniken, Anleitungen und Tipps erhalten, aber auch selber eigene Anleitungen zugänglich machen oder Beiträge von anderen weiterverarbeiten können (ganz im Sinne des zweiten Grundsatzes des Maker Movement Manifesto, „share“ 26 ). Gleichzeitig wird die Plattform dadurch zu einer digitalen Ab-
23 Voraussichtlicher Abschluss Umfeldanalyse: Oktober 2019.
24 Vorliegen des Vermittlungskonzepts für die Testphase: Juni 2019.
25 Testphase: August 2019-August 2020.
26 Siehe Hatch, siehe Anmerkung 16, S. 1.
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