Theresa Unger
phase basieren wird. Das konkrete Vermittlungsprogramm und seine Evaluierung werden in einer das Projekt abschließenden Publikation aufgearbeitet.
Inhaltlich steht bei der Entwicklung der Vermittlungskonzepte zunächst der niederschwellige Zugang für unsere Zielgruppen zu den digitalen Technologien und Fertigkeiten im Mittelpunkt. Um sich die Möglichkeiten dieser Technologien wirklich anzueignen, und so das darin enthaltene Potenzial zu entfalten, ist zuerst ein unkomplizierter, kreativer Umgang mit den Geräten notwendig. Für die Besucherinnen sollen das Machen, also die Ermächtigung, die Technik für die eigenen Zwecke nutzen zu können und das Erleben von Selbstwirksamkeit gegenüber dem bloßen Erlernen von Software- oder Gerätebedienung in den Vordergrund treten. Im Gegenzug fördern die angeeigneten technischen, kreativen und sozialen Kompetenzen im Zusammenspiel mit der Erfahrung von Selbstwirksamkeit die kreative Problemlösung - eine zentrale Kernkompetenz am Arbeitsmarkt der Zukunft . 28 Wenn zum Beispiel im eigenen Schaffensprozess ertüftelt werden muss, wie ein bestimmter Designwunsch im Grafikprogramm umgesetzt werden kann, ist die Folge daraus nicht nur die Änderung des Designs, sondern auch eine Änderung des Zugangs dazu, wie Lösungen erarbeitet werden können. Durch die Erweiterung der (technischen) Selbstwahrnehmung der jungen Menschen vergrößert sich auch der berufliche Möglichkeitsraum: Neue Interessens- und Identifikationsfelder können sich eröffnen, persönliche Bezüge zu technischen Kontexten geschaffen und Erfahrungen mit berufsrelevanten Fertigkeiten gemacht werden. Tätigkeitsfelder, zu denen vorher kein Bezug bestand, werden so mitunter anders (oder überhaupt erstmalig) wahrgenommen und ergänzen den persönlichen Kanon der beruflichen Auswahlmöglichkeiten. Die Potenziale, die seitens der Nutzer*innen entwickelt werden können, finden sich dabei sowohl im technischen Bereich der Fertigungsskills, aber auch im kreativen, gestalterischen Bereich der Ideenfindung und des Designs, sowie auch im Bereich der sozialen Kompetenzen, die im Wechselspiel zwischen individuellem Schaffensprozess und kollaborativen Zugängen entstehen. Auf fruchtbaren Boden fällt dies nur unter der Voraussetzung, dass die Jugendlichen jeweils persönliche Bezüge zum Arbeiten im techLAB finden. Eine dialogische Grundhaltung, Kommunikation auf Augenhöhe und das Anschließen an
28 Siehe World Economic Forum: The Future of Jobs. Employment, Skills and Workforce Strategy for the Fourth Industrial Revolution. Cologny, Genf 2016, S. 22, aus: http://www3.weforum.org/ docs/WEF_Future_of_Jobs.pdf (31.07.2019) und Verein Industrie 4.0 Österreich - die Plattform für intelligente Produktion: Qualifkationen und Kompetenzen in der Industrie 4.0. Wien 2017, S. 18, aus: https://plattformindustrie40.at/wp-content/uploads/2016/03/WEB_lndustrie4.0_Er- gebnispapier-Qualifikation-und-Kompetenzen.pdf (22.8.2019)
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