Theresa Unger
Abb. 4 Gemeinsames Tüfteln auf Augenhöhe mit den Explainer*innen. © Hunger auf Kunst und Kultur/Nick Mangafas
und Fortbildungen geschult werden). Dabei ist der Blick aber nicht „nur“ darauf gerichtet, wie man denn mehr Mädchen mit technischen Angeboten ansprechen kann, sondern über den geschlechtlichen Dualismus hinausgehend Angebote zu schaffen, die auf unterschiedliche Bedürfnisse, Anliegen und Interessen eingehen, seien sie auf Basis von Geschlechtsidentität, Lerntyp, Persönlichkeitsstruktur, Interessenslage, Wissensstand, kulturellem Hintergrund etc. Würde sich die pädagogische Arbeit im Gegensatz dazu auf Basis eines feministischen Differenzansatzes auf die Suche nach den spezifischen Bedürfnissen „der Mädchen“ begeben, und so im Dualismus verhaftet bleiben, bestünde die Gefahr Stereotype ungewollt zu reproduzieren bzw. eine Hierarchisierung der Geschlechter aufrecht zu erhalten . 31 Auf einem postmodernen Ansatz von Feminismus aufbauend darf also nicht aus den Augen verloren werden, dass es „genauso wahrscheinlich ist, Ähnlichkeiten zwischen einem Mädchen und einem Buben, wie zwischen zwei Mädchen oder zwei Buben zu finden .“ 32 In diesem Sinne sollen also vielmehr als „Programme für Mädchen“ inklusive Lernkulturen geschaffen werden, die für Vielfalt offen sind, und in denen bestehende Benachteiligungen und einengende Rollenklischees
31 Siehe Achiam, Holmegaard, siehe Anmerkung 5, S. 10-13.
32 Vgl. Ebd., S. 13.
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