Aufsatz 
Making als Vermittlungsmethode zur genderinklusiven Berufsorientierung : Werkstattbericht zum Forschungsprojekt "NextGenLab" / Theresa Unger
Entstehung
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Theresa Unger

Abb. 5 Die Explainer*innen unterstützen beim Erlernen der Software Skills. © Paul Bauer

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pe wahrzunehmen, sondern als Individuen) und Aufgaben bewusst zu verteilen. Dazu gehört es auch etwaige stereotype Zuschreibungen, die es seitens der Besucherinnen oder innerhalb der Gruppendynamik einer Klasse geben kann, wahrzunehmen, um sie implizit auszugleichen oder sensibel zu thematisieren. Dies bedeutet oft auch eine Gratwanderung zwischen dem vermittlerischen Ansatz, die Jugendlichendort abzuholen wo sie sind - also wertfrei darauf einzugehen, welche Interessen und Gestaltungsvorlieben sie mitbringen, mit welchen Objek­ten, Farben, Formen sie sich identifizieren - und andererseits eventuell bereits stereotyp geprägte Vorstellungen nicht zu reproduzieren oder zu verstärken.

Die Angebote, die in der Kommunikation, aber auch in den zur Verfügung ste­henden Materialien (Anschauungsobjekte, Anleitungen, Vorlagen, Gestaltungs­elemente, ...) gemacht werden, müssen also breit sein, damit möglichst Jede*r Identifikationspotenzial im techLAB finden kann. Um diese Breite herzustellen wird wiederum nicht nur die Kategorie Gender ins Auge gefasst, sondern die vorher genannten Kategorien - von Lerntyp und Persönlichkeit bis hin zu ver­schiedenen Stimmungslagen. Das findet Niederschlag in der unterschiedlichen medialen Gestaltung von Anleitungen (beispielsweise als Video oder als Lese­anleitung), aber auch in den Aufgabenstellungen (diskursive, kompetitive und kollaborative Angebote), oder in den vorgeschlagenen Arbeitsmodi (Einzelar­beit, Partner*innenarbeit, Gruppenarbeit). Arbeitsmaterialien wie Holz, Kunst-

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