Aufsatz 
Making als Vermittlungsmethode zur genderinklusiven Berufsorientierung : Werkstattbericht zum Forschungsprojekt "NextGenLab" / Theresa Unger
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ForschungsprojektNextGenLab

Stoffe und Textilien sollen verschiedene haptische Wahrnehmungen bieten und unterschiedliche Ästhetiken und Formensprachen ermöglichen. Auch räumlich ist es dabei wichtig, Nutzer*innen in einer proaktiven Haltung ebenso Orte zu geben, an denen sie loslegen können, wie Beobachtungsräume zu schaffen für Nutzer*innen in einer passiven Stimmung.

Diese Aspekte durchdringen alle Vermittlungsinteraktionen, ob einzelnes Ver­mittlungstool oder komplettes Format, mit einer geschlossenen Gruppe oder mit Einzelbesucher*innen, und müssen auch immer wieder aufs Neue reflektiert und situativ hinterfragt werden. Dabei ist eine unaufgeregte Selbstreflexion der Explainer*innen zentral: Der Anspruch ist dabei nicht, einem vermeintlichen Ideal absoluter Gender-Neutralität zu entsprechen, sondern vor allem die eigenen Gewohnheiten wahrzunehmen und zu reflektieren sowie in der Lage zu sein, Kompetenz, Sensibilität und Unbefangenheit mit der Thematik auch in der Dy­namik authentischer Vermittlungsmomente zu behalten - ob Gender nun explizit thematisiert, oder auch gar nicht direkt angesprochen wird.

Diese Reflexion begleitet die Vermittlungspraxis der Explainer*innen auf meh­reren Ebenen: Laufend als informeller Austausch während den Vor- und Nach­bereitungen, in Form von Protokollen von zentralen Vermittlungsmomenten, die während der monatlichen Teammeetings thematisiert werden sowie in einer jährlichen Reflexionsklausur.

Mit diesem didaktischen Werkzeugkoffer ausgerüstet soll ein vielseitiges Ver­mittlungsangebot entstehen, das auf viele unterschiedliche Bedürfnisse ein­geht, und die jungen Menschen der Zielgruppe in ihrer Heterogenität und Di- versität persönlich erreicht.

Formal steht auf Grund der Didaktik selbstgesteuerter Lernprozesse zunächst der offene Betrieb zentral, der selbststrukturiertes und -motiviertes Arbeiten er­möglicht, in dem die Technologien und ihre Möglichkeiten kennenglernt sowie eigene Ideen im eigenen Tempo entwickelt werden können. Vermittlungskon­zepte in diesen spezifischen Lern- und Kreationsprozessen sind vor allem die Formen der Kommunikation, mit denen die Explainer*innen den Nutzer*innen und ihren unterschiedlichen Bedürfnissen begegnen, also neben der sprachlichen Kommunikation beispielsweise die Entwicklung von Vermittlungsmaterialien und -tools (wie Video-Tutorials oder sogenannte Easy-things-to-do-Anleitungen), die Art der Präsentation von Beispiel-Projekten und Anschauungsobjekten. Auch Mini-Formate, wie Kurzdemonstrationen einzelner Geräte oder Impulsführungen durch das techLAB, kommen hier zum Einsatz, an denen eine Mehrzahl von Be­sucherinnen gleichzeitig teilnehmen können. Damit besteht im offenen Betrieb

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