Forschungsprojekt „NextGenLab“
Stoffe und Textilien sollen verschiedene haptische Wahrnehmungen bieten und unterschiedliche Ästhetiken und Formensprachen ermöglichen. Auch räumlich ist es dabei wichtig, Nutzer*innen in einer proaktiven Haltung ebenso Orte zu geben, an denen sie loslegen können, wie Beobachtungsräume zu schaffen für Nutzer*innen in einer passiven Stimmung.
Diese Aspekte durchdringen alle Vermittlungsinteraktionen, ob einzelnes Vermittlungstool oder komplettes Format, mit einer geschlossenen Gruppe oder mit Einzelbesucher*innen, und müssen auch immer wieder aufs Neue reflektiert und situativ hinterfragt werden. Dabei ist eine unaufgeregte Selbstreflexion der Explainer*innen zentral: Der Anspruch ist dabei nicht, einem vermeintlichen Ideal absoluter Gender-Neutralität zu entsprechen, sondern vor allem die eigenen Gewohnheiten wahrzunehmen und zu reflektieren sowie in der Lage zu sein, Kompetenz, Sensibilität und Unbefangenheit mit der Thematik auch in der Dynamik authentischer Vermittlungsmomente zu behalten - ob Gender nun explizit thematisiert, oder auch gar nicht direkt angesprochen wird.
Diese Reflexion begleitet die Vermittlungspraxis der Explainer*innen auf mehreren Ebenen: Laufend als informeller Austausch während den Vor- und Nachbereitungen, in Form von Protokollen von zentralen Vermittlungsmomenten, die während der monatlichen Teammeetings thematisiert werden sowie in einer jährlichen Reflexionsklausur.
Mit diesem didaktischen Werkzeugkoffer ausgerüstet soll ein vielseitiges Vermittlungsangebot entstehen, das auf viele unterschiedliche Bedürfnisse eingeht, und die jungen Menschen der Zielgruppe in ihrer Heterogenität und Di- versität persönlich erreicht.
Formal steht auf Grund der Didaktik selbstgesteuerter Lernprozesse zunächst der offene Betrieb zentral, der selbststrukturiertes und -motiviertes Arbeiten ermöglicht, in dem die Technologien und ihre Möglichkeiten kennenglernt sowie eigene Ideen im eigenen Tempo entwickelt werden können. Vermittlungskonzepte in diesen spezifischen Lern- und Kreationsprozessen sind vor allem die Formen der Kommunikation, mit denen die Explainer*innen den Nutzer*innen und ihren unterschiedlichen Bedürfnissen begegnen, also neben der sprachlichen Kommunikation beispielsweise die Entwicklung von Vermittlungsmaterialien und -tools (wie Video-Tutorials oder sogenannte Easy-things-to-do-Anleitungen), die Art der Präsentation von Beispiel-Projekten und Anschauungsobjekten. Auch Mini-Formate, wie Kurzdemonstrationen einzelner Geräte oder Impulsführungen durch das techLAB, kommen hier zum Einsatz, an denen eine Mehrzahl von Besucherinnen gleichzeitig teilnehmen können. Damit besteht im offenen Betrieb
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