A fiumei magyar kereskedelmi tengereszet törtenete
das Dampfschiff „Indeficienter“ nicht nur das Motto der Stadt Fiume, die 72 Eigentümer betrieben das Schiff trotz mangelndem Profits, um - so Pelles und Zsigmond - die Autonomie Fiumes gegenüber der ungarischen Herrschaft in der Stadt zu demonstrieren. Dennoch bezeichnen die Autoren das Schiff geradezu unerschrocken als „former Hungarian ship“.
Die Pläne der ungarischen Regierung für die weitere Entwicklung von Fiume wurden durch den Ersten Weltkrieg zerschlagen. Im Ersten Weltkrieg wurden zahlreiche Handelsschiffe aus Fiume zerstört oder konnten nicht in ihren Heimathafen zurückkehren. Mit dem Ende der Habsburgermonarchie erhoben Italien und das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen Anspruch auf die Stadt, der 1920 gegründete autonome Staat Fiume hatte nur eine kurze Lebensdauer. Die Autoren spüren in ihrem abschließenden Kapitel den Spuren Fiumes in Ungarn nach, sie verweisen auf die eindrucksvollen Bürogebäude der Adria und Atlantica Company in Budapest, auf den Marmor aus der Umgebung von Fiume im Budapester Stadtbild ebenso wie auf die größtenteils zerstörten Schiffsmodelle aus Fiume im Budapester Verkehrsmuseum. Sie beschreiben die heute noch lesbaren ungarischen Inschriften auf den Docks in Rijeka. Ohne das österreichisch-ungarische Hinterland verloren die Adria-Häfen Triest und Fiume an Bedeutung. Diese Studie, die dankenswerterweise mit einer durchgehenden englischen Übersetzung des ungarischen Textes ausgestattet ist, bietet einen grundlegenden Überblick über die Seehandelsunternehmen und Handelsbeziehungen Fiumes in der ungarischen Zeit.
Anne-Katrin Ebert Wien
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