A fiumei magyar kereskedelmi tengereszet torienete
sehe Adria Company allmählich zu einer Aufteilung der adriatischen Handelsflüsse kamen, von der beide Seiten profitierten. Der Vertrag von 1891 überließ Triest den Nahen Osten. Asien und Amerika. Fiume hingegen erhielt das westliche Mittelmeer und Westeuropa. Das Schwarze Meer und Südamerika war für beide offen. Trotz aller ungarischen Investitionen blieb Triest Fiume immer überlegen. Als Beispiel nennen die Autoren Kaffee: Vier Fünftel von Ungarns Kaffee kam in Triest an.
Die wirtschaftshistorisch orientierte Studie stellt die wesentlichen Schifffahrtsunternehmen Fiumes vor und bietet viele Zahlen und Statistiken. Zugleich werden aber auch einzelne Unternehmerpersönlichkeiten wie Luigi Ossoinack, Si- gismondo Copaitich und Jenö Pollacsek präsentiert. Details über das Essen und die Unterhaltungen auf den Ozeandampfern, die Streiks der Seeleute für bessere Bezahlung und das Schicksal einzelner Schiffe vermitteln einen Eindruck von der Lebenswirklichkeit in dieser Stadt, die vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs über den zehntgrößten und einen der modernsten Häfen Europas verfügte.
Der Handelshafen von Fiume diente der ungarischen Reichshälfte vor allem als Exporthafen für Getreide, das nach Großbritannien, insbesondere Newcastle und Glasgow, transportiert wurde. Im Personentransport war Fiume mit der Linie Fiume-New York der Cunard Steamship Company für viele Auswanderer die letzte österreichisch-ungarische Station auf dem Weg in die Neue Welt. Die Mehrheit der ungarischen Auswanderer verließ Europa freilich über Bremen. Von großer Bedeutung für die Region war auch die in Fiume ansässige ungarisch-kroatische See-Dampfschiffahrts-Actien-Gesellschaft mit ihren Verbindungen nach Dalmatien und Split sowie Venedig, Ancona und Ravenna. Mit dem Ausbau der unteren Donau und der Gründung der Ungarischen Levante Seeschiffahrts AG wuchs der Personenverkehr über die Donau und das Schwarze Meer nach Fiume. Neben diesen staatlich subventionierten Schifffahrtslinien richten die Autoren ihren Blick auch auf die Bedarfsschifffahrt, die Destinationen wie Wladiwostok umfasste und bei denen die beiden Fiumer Handelsschiffe Siam und Burma mitten in den russisch-japanischen Krieg gerieten.
Fiume war eine zutiefst europäische Stadt, in der kroatisch, italienisch, ungarisch, deutsch und auch englisch gesprochen wurde. Die Verbindungen nach Großbritannien waren sowohl im Handel als auch im Schiffsbau stark. Pelles und Zsigmond gehen in der Regel behutsam mit den verschiedenen Nationalitäten um, doch manchmal überdeckt der Stolz über die Leistungen der ungarischen Reichshälfte der Habsburgermonarchie die wichtigen Nuancen. So trug
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