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2020: Band 82 (2020): Mensch & Maschine
Entstehung
Seite
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Wirklichkeit und Illusion

ihnen das Spiel mit Wirklichkeit und Illusion. Das titelgebende Spannungsfeld wird in einen größeren Zusammenhang von kunsttheoretischen und philoso­phischen Überlegungen gestellt zu dem Verhältnis von Nachahmung und Neu­schöpfung, Kunst und Wissenschaft, Vorbildtreue und Verfremdung oder Inter­pretation und Desillusion.

Nach dem Überblick richtet sich der Fokus des Buches auf das Deutsche Mu­seum. Der Gründer Oscar von Miller hatte Reisen unternommen und stand im Austausch mit Museen in Europa, insbesondere Skandinavien, und den USA. Angetan von den Dioramen als didaktisches Medium, wies er ihnen eine zen­trale Rolle in der Museumskonzeption und dem Zeigen von Funktion und Ver­wendungszusammenhang zu. Seine Vorliebe für Krippen findet des Öfteren Er­wähnung und dürfte die Affinität zu Dioramen bestärkt haben.

1903 gegründet, standen dem Museum in den ersten Jahren nur provisorische Räume zur Verfügung. Die Platzverhältnisse begrenzten den Einsatz und Bau von großen Dioramen. Im 1925 eröffneten Museumsneubau am heutigen Stand­ort auf der Museumsinsel wurde der benötigte Platz architektonisch mitgeplant und die Dioramen langfristig ins museale Ausstellungskonzept integriert. Damit einher geht die Bereitstellung der nötigen Infrastruktur mit gut ausgestatteten Werkstätten und hochspezialisierter Handwerkskunst. Die kostspieligen Diora­men wurden seit Beginn von der Industrie mitfinanziert, die auf deren Beliebtheit und deren Unterhaltungswert setzte. In den Jahren 1925-1930, die mit dem Bau des Ausstellungsgebäudes zusammenfallen, gab es einen enormen An­stieg in der Dioramen-Produktion, ebenso in der Zeit des Wiederaufbaus von 1950-1960. In den folgenden Jahren nahm die Produktion stetig ab und erst in den letzten Jahren lässt sich wieder ein Trend zu Dioramen erkennen.

Der reich illustrierte Katalog bildet den Hauptteil, in dem die Dioramen chrono­logisch nach dem Jahr ihrer Fertigstellung darstellt werden. Der Kopfteil erfasst jeweils schematisch Titel, Jahr, technische Informationen und beteiligte Perso­nen. Der ausführliche Katalogtext beinhaltet die Geschichte der Dioramen, ihre Einbettung in den Ausstellungszusammenhang und die Beschreibung der Ob­jekte. Je nach Materiallage enthalten die Texte Zusatzinformationen zu Intention, Motivwahl, Recherche, Herstellungsprozess, Zusammenarbeit sowie den dar­aus entstehenden Schwierigkeiten, der Finanzierung und den Geldgeberjnnen. Bei dem DioramaWarentransport durch Kamelkarawanen im Orient, um 1900 (fertiggestellt 1911, Diorama nur noch in Teilen vorhanden) war für die Dar­stellung weniger die zeitgenössische Wirklichkeit als vielmehr die Narration der Ausstellung ausschlaggebend. Aus der Korrespondenz mit dem Deutschen

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