Portraitgemälde zwischen Wissenschaft und Technik
gefunden werden. Im Zuge der Sichtung der Gemälde und ihrer Zierrahmen wurden Grunddaten erhoben, Untersuchungen zur Maltechnik und Komposition durchgeführt sowie der Zustand erfasst. Huguenin informiert darüber, dass sich die meisten Gemälde in einem guten Erhaltungszustand befanden. Bei 14 Bildern lagen Schäden vor, die umfassende Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen erforderten. Sie führt detailreich Schäden an, allerdings werden diese, wie auch die durchgeführten Maßnahmen nur vage beschrieben. Im Katalogteil fehlen aber beim Großteil der Gemälde Zustandsangaben. Es ist ferner nicht ersichtlich, ob im Projektrahmen sämtliche Bilder in der hauseigenen Maler- und Restaurierungswerkstatt gereinigt wurden und wenn ja, in welchem Umfang Reinigungs-, oder darüber hinaus auch Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen vorgenommen wurden. In einigen Fällen gibt es ausführliche Angaben zu früheren Restaurierungen, beim überwiegenden Teil der Bilder wurde die Restaurierungsgeschichte jedoch nicht verfolgt.
Alle Daten, Recherche- und Untersuchungsergebnisse wurden im Datenbanksystem FAUST erfasst, das während des Projektes stetig um neue Felder erweitert wurde. Schade ist, dass hier nicht die Gelegenheit für eine fachgerechte Zustandserfassung und Angabe der durchgeführten Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen genutzt wurde.
Im zweiten Themenblock über die Geschichte der Sammlung beschäftigt sich Huguenin mit den Anfängen und der Entwicklung, den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern der Dargestellten, Sammlungsstrategien, der Rolle der Authentizität bei der Darstellung der Persönlichkeiten, den Künstlern, Stiftern, mit den Artefakten und Attributen, der früheren Hängung und Hängungsorten, der Lichtführung im Ehrensaal, Büsten und Forscherzimmern. Ein geringer Teil der Gemälde wurde käuflich erworben. Die meisten Bilder wurden entweder vom Vorstand des Deutschen Museums in Auftrag gegeben, von Angehörigen der Dargestellten gestiftet, oder kamen über Nachlässe in den Museumsbesitz. Mit der Anfertigung von Portraits wurden in der Regel angesehene Münchner Maler oder Museumsmitarbeiter aus der Malerwerkstatt beauftragt. In der Sammlung befinden sich aber auch Werke von Lenbach, Stuck, Kaulbach und Deffregger. Die historische museumspädagogische Bedeutung der Portraitgemälde im Deutschen Museum und auch in anderen Technikmuseen ist der letzte Themenkreis in dem Abschnitt. Fabienne Huguenin charakterisiert die persönlichkeitszentrierte Auffassung von Technik- und Wissenschaftsgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der mit der Präsentation von Portraits der bedeutenden Persönlichkeiten Rechnung getragen wurde. Die Bildnisse von
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