Gender; Technik; Museum.
wünschen übrig. Die Gründung einer Krankenkasse für die Arbeiterschaft bei Hlawatsch & Isbary wurde von den Fabrikanten natürlich als ein Akt der Wohltätigkeit dargestellt (S. 87). Darüber hinaus dienten solche Einrichtungen aber auch als Mittel, Beschäftigte an sich zu binden und sie zu disziplinieren. Die auffällig positive Berichterstattung eines Journalisten der „Presse“ anlässlich der Präsentation des Unternehmens auf der Londoner Weltausstellung 1862 wiederum lässt vermuten, dass der Mann für seine Superlative nicht unbelohnt blieb (S. 74-80).
Insgesamt bleibt aber der Eindruck, dass Ditzhuyzen aus den reichhaltigen Beständen dieses Privatarchivs eine Reihe lesenswerter und bislang nicht bekannter Geschichten ausgewählt hat. Geschickt werden hier die Erfolgsgeschichte eines internationalen Unternehmens, die Schilderung privater Affären und mehrere Häusergeschichten miteinander verknüpft. Man würde sich wünschen, dass aus diesem Archiv zumindest das genannte Tagebuch gelegentlich einer kommentierten Veröffentlichung zugeführt wird. Vielleicht geht dann auch der Wunsch der Autorin in Erfüllung, dass nach Karl Garber und Rudolf Izbary auch Rudolf Hlawatsch dereinst als Straßenbezeichnung Aufnahme in das kollektive Gedächtnis findet.
Hubert Weitensfelder Wien
Daniela Döring, Hannah Fitsch (Hg.):
Gender; Technik; Museum. Strategien für eine geschlechtergerechte Museumspraxis.
Berlin: Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, TU Berlin 2016, 190 Seiten.
Das Buch ist das Ergebnis eines Projektes, das vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 am Zentrum für Interdisziplinäre Frauenforschung in Berlin durchgeführt wurde. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Deutschland geförderten Projektes war es, einen Erfahrungsaustausch im deutschsprachigen Raum zu initiieren, und Technikmuseen mit Geschlechterforschung und Förderprogrammen für Frauen in Naturwissenschaft
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