2
Erster Abschnitt.
er auch Angaben über die Herkunft seiner eigenen Familie macht. Er führt sie auf einen Hanns Auer zurück, der gegen Ende des 17. Jahrhunderts in Wels lebte. Dessen und seiner Frau Katharina Sohn hieß ebenfalls Hanns und wird in den Taufbüchern der Stadtpfarre Wels der ,,Flözer auf der Schaafwiesen“ genannt. Er hatte mit seiner Frau Magdalena fünf Kinder, von denen das zweit jüngste am 13. April 1732 auf den Namen Johann Georg getauft wurde. Dieser Johann
Georg Auer, ,,Zimmermann auf dem Fraißlhaus in der Haid“ und seine Frau Maria hatten ebenfalls 5 Kinder. Das dritte unter ihnen wurde am 30. Jänner 1760 getauft und hieß Matthias. Matthias Auer war, wie sein Großvater, Flößer und heiratete, nachdem er zweimal Witwer geworden war, Maria Anna Mayr aus Apfelwang. Als vorletztes unter den sieben Kindern dieser Ehe kam Alois Auer am 11. Mai 1813 in Wels zur Welt.
* *
*
Alois Auer besuchte zunächst die Normalschule und trat mit dem Beginn des Jahres 1825 in die kleine Buchdruckerei des Michael Haas am Vorstadtplatze zu Wels als Setzerlehrling ein. Da ihm der Besuch einer höheren Schule versagt war, trachtete er, in seiner freien Zeit, und das waren meist nur die Nächte, sich durch die Lektüre deutscher Schriftsteller, was ihm an Bildung fehlte, anzueignen. Als Schriftsetzer freigesprochen, warf er sich mit solchem Eifer auf das Studium fremder Sprachen, daß er an der Universität Wien .aus der französischen, italienischen und englischen Sprache, sowie der Erziehungskunde die öffentliche Prüfung ablegen konnte. Nachdem er kurze Zeit in Wels und dann in Linz als privater Sprachlehrer tätig gewesen war, wurden ihm die Lehrstellen der italienischen Sprache am dortigen Lyzeum und bei den Landständen übertragen.
Als Schriftsetzer gelernter Fachmann, als Sprachlehrer (wenn auch geprüfter) Autodidakt, wandte Auer sich nun einer Tätigkeit zu, die diese beiden Gebiete miteinander verknüpfte, eine Verbindung, die für sein späteres Wirken bedeutungsvoll werden sollte: entsprangen doch seine schönsten Erfolge als späterer Direktor der Staatsdruckerei eben dieser Vereinigung von Schriftsetzerkunst mit Sprachwissenschaft, der „linguistischen Typographie“. Auer hatte zunächst den Gedanken, „eine neue Grammatik der französischen und italienischen Sprache zu ver-
Abb. 2. Das Geburtshaus Alois Auers am Mühlbach in Wels. Das Haus trägt eine Gedenktafel.