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1934: Zweites Heft : Auer von Welsbach / von Franz Sedlacek
Entstehung
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Fünfter Abschnitt.

Ihr wichtigstes Ergebnis ist: Praseodym und Neodym sind homogene Körper, die wahren Komponenten des reinen Didyms, und es existieren zwischen diesen keine anderen Elemente dieser Gruppe. 1 Mehrere Forscher hatten nämlich inzwischen die Einheitlichkeit des Praseodyms und Neodyms angezweifelt. Auer beschreibt in dieser Arbeit zuerst das Trennungsverfahren im großen, dann die Darstellung der reinen Neodymsalze, ferner die Funken- und die Absorptionsspektren und teilt zuletzt das Resultat seiner Atomgewichtsbestimmung der beiden Elemente mit. Er fand für das Praseodym Pr = 140,57, für das Neodym Nd = 144,54. (Die Werte der internationalen Tabelle von 1934 sind: Pr = 140,92, Nd = 144,27.)

Durch die Zerlegung des Didyms war Auer von Welsbach mit 27 Jahren in die Reihe jener Gelehrten getreten, welche die hohe Ehre beanspruchen dürfen, Entdecker neuer Elemente zu sein. Im gleichen Jahre aber, als ihm diese Ent­deckung gelang, 1885, meldete er auch sein erstes Patent auf das Gasglühlicht an. So hörte die naturwissenschaftliche und die technische Welt fast gleichzeitig zum erstenmal den Namen Carl Auer von Welsbach.

V.

Das Inkandeszenzprinzip vor Auer.

Die selbetleuchtende Flamme. Das Inkandeszenzprinzip. Brewsters Versuch.' Das DRUMMONüsche Kalklicht. Gillards Platinlicht. Frankensteins Glühlicht. Tessie du Motays Zirkonlicht. Fahnehjelms Magnesialicht.

England ist das klassische Land der Leuchtgastechnik. Zwar waren schon früher und anderwärts gelegentlich Beobachtungen und Versuche mit dem brenn­baren Destillationsgas der. Steinkohlen gemacht worden, ja, der Apotheker Jan Pieter Minckelaers in Löwen hatte sich schon 1783 eine kleine Gasanlage ge­schaffen, die er zwei Jahre später sogar zur Beleuchtung seines Hörsaales heranzog, trotzdem aber muß als der eigentliche Begründer der Leuchtgastechnik der Mit­arbeiter James Watts, William Murdock, gelten, der in den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts die ersten englischen Gasanlagen baute, die der Beleuchtung von Fabriken und Werkstätten dienten. Englische Techniker waren es auch, die neben einigen auf eigenen Antrieb vorgehenden Männern, wie Lampadius in Frei­berg i. S. und Johann Josef Prechtl in Wien in den meisten Städten des Kontinents Gasanstalten errichteten.

Die brennbaren Hauptbestandteile des Gases, das bei der trockenen Destillation der Steinkohle entsteht, würden den Namen Leuchtgas nicht rechtfertigen. Denn sowohl der Wasserstoff, als das Methan und das Kohlenoxyd brennen mit blasser Klamme, die keinerlei Leuchtkraft in technischem Sinne besitzt. Ein Nebenbestand­teil, das bis zu 5% im Leuchtgas enthaltene Äthylen macht erst die Flamme leuchtend. Das Äthylen ist ein gasförmiger Kohlenwasserstoff, der bei der Verbrennung viel Ruß absondert, dessen Teilchen dann in der Flamme weißglühend werden und sie leuchtend machen. Fs ist wichtig, den Gedanken festzuhalten, daß also nicht die

1 Ebenda.