Die Zerlegung des Didyms.
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worden wäre. Auer fand, daß das eine, dem Lanthan näherstehende der beiden neuen Elemente intensiv lauchgrün gefärbte Salze bilde, während die des zweiten, das im Mischelement Didym die Hauptmenge ausmacht, eine prachtvoll rosenrote Farbe haben. Auer, der bei der Benennung der beiden neuen Elemente offenbar doch an den Namen Didym anknüpfen wollte, selber jedoch nicht griechisch gelernt hatte, beriet sich wiederholt mit seinen Kollegen über die Namengebung. 1 ,,Da sonach die exakte Zerlegung des Didyms“, so heißt es in seiner Abhandlung, 2 ,,in mehrere Elemente realisiert ist, so schlage ich vor, die Bezeichnung Didym nunmehr ganz zu streichen und beantrage, für das erste Element, entsprechend der Grünfärbung seiner Salze und seiner Abstammung, die Benennung :
Praseodym mit dem Zeichen Pr
nnd für das zweite, als das ,neue Didym 4 , die Benennung:
Neodym mit dem Zeichen Nd.“ 3
Die fraktionierte Kristallisation, die darauf beruht, daß beim Kristallisieren des Salz- gemisches dieser chemisch so außerordentlich ähnlichen Körper sich der eine in der Kristallmasse, der andere in der Mutterlauge anreichert, wodurch eine schrittweise Trennung ermöglicht wird — dieses von Auer zuerst angewendete Verfahren hat sich auch späterhin als eine sehr brauchbare Methode der präparativen Chemie erwiesen, nicht nur auf dem Gebiete der seltenen Erden, sondern z. B. auch auf dem der radioaktiven Stoffe.
Jahre später, als Auer über große Mengen praseodym- und neodymreicher Nebenprodukte verfügte, die bei der technischen Lanthangewinnung für Glühstrümpfe angefallen waren, nahm er seine Arbeiten zur näheren Erforschung seiner beiden neuen Elemente wieder auf. Die Abhandlung 4 erschien im Jahre 1903.
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Abb. 10. Zwei „Etiketten von Präparatengläsern der Didymtrennung. Die Abkürzungen bedeuten: „Neodym-ammonium-nitrat-Reihe. 1. Fraktion der 34. Reihe" und „Ex große Praseodym-ammonium-nitrat- Reihe. 1. Fraktion der 159. Reihe. 1896 (filtriert)."
1 Mündliche Mitteilung Herrn Dr. G. A. Raupenstrauciis (des späteren Erfinders 'l^s Lysols, der damals am Liebenschen Institute arbeitete).
* Sitz.-Ber. d. Akad. <L Wiss., Wien, Abt. II, 1885, 92. Bd., S. 330.
3 prason = der Lauch, neos = neu.
4 Die Zerlegung des Didyms in seine Elemente (II. Teil), Sitz.-Ber. d. Akad. d. Mi««., Wien, Abt. Ha, 1903, S. 1037. Als zur Didymspaltung gehörig, sei diese viel spatere Arbeit schon hier besprochen.
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