Heft 
1934: Zweites Heft : Auer von Welsbach / von Franz Sedlacek
Entstehung
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Vierter Abschnitt.

scheiden. Zur Trennung der Erbin- von den Yttererden hatte Bunsen eine Me­thode 1 angegeben, die Auer in dieser Arbeit in sehr origineller Weise verbesserte. 2 Diese neue Methode, dasOxydverfahren, hat Auer auch später noch mit Vorteil angewandt.

Die zweite Mitteilung dieser Arbeit 3 behandelt das bei der Trennung der seltenen Erden verwendete Spektralverfahren.Das wesentlich Neue, das diese Arbeit bietet, ist eine bisher nicht zur Anwendung gebrachte Methode der Licht­gewinnung für Spektralzwecke, bei welcher es möglich ist, ohne irgendwie größere experimentelle Hülfsmittel, die Empfindlichkeit der spectralanalytischen Prüfung bis zu einer weiten Grenze zu steigern. 4 In dieser Arbeit beschreibt Auer einen verhältnismäßig einfachen elektrischen Apparat, in welchem unter Reibung der Pole aneinander außerordentlich glänzende Öffnungsfunken erzeugt wurden, die sehr lichtstarke Spektren ergaben. Der eine Pol, der die zu Untersuchende Substanz trug, bestand aus Kohle, der andere, bewegliche (reibende) Pol aus Platin. Die so erzeugten Funkenspektren hatten auch den Vorteil, daß sie keine Luftlinien er­kennen ließen. In einer Arbeit des Jahres 1884 wird die Aufarbeitung einer größeren Ceritmenge beschrieben. 5

In das Jahr 1885 fällt Auers erster großer wissenschaftlicher Erfolg: die Publi­kation seiner Arbeit überDie Zerlegung des Didyms in seine Elemente. 6Ein neues Trennungsverfahren der fractionirten Krystallisation der Lanthan- und Didym- ammoniumdoppelnitrate in stark salpetersaurer Lösung, wobei sich diese Körper sehr different erhalten, machte es möglich, nicht nur das Lanthan dem Didym nach wenigen Operationen vollständig zu entziehen und ersteres zum großen Theile rein zu erhalten..., sondern auch das Didym selbst in seine specifischen Bestandteile zu zerlegen. Nach mehrhundertfacher Wiederholung des Trennungsverfahrens lagen die gewonnenen Elemente in reichlichem Maße und in reinem Zustande vor. 7 Das Didym, das seinen NamenZwilling seiner schwierigen Trennbarkeit vom Lanthan verdankte, hatte sich als selber aus Zwillingen bestehend erwiesen. Diese zusammengesetzte Natur des Didyms war zwar schon von verschiedenen Forschern vermutet worden, ohne daß jedoch bisher irgendein exakter Beweis dafür erbracht

1 Eindampfen des Nitratgemisehes, Erhitzen der Schmelze bis zur beginnenden Entwicklung von Stickoxyden, dann Lösen in kochendem Wasser. Beim Erkalten schei­den sich die basisch salpetersauren Salze, an Erbinerden angereichert, aus. Die Mutter­lauge wird neuerlich so behandelt, die Fraktionen werden vereinigt und die Trennungen, wenn eine größere Menge Erbin abgeschieden werden soll, wohl hundertmal wiederholt.

2Dabei ist es aber gar nicht nötliig, die Lösung der Nitrate abzudampfen etc., es genügt, sie basisch zu machen, um die ganz gleichen Resultate, wie beim BüNSENSchen Verfahren zu erreichen. Das bewirkt man am leichtesten durch Zusatz der aufgeschlemm­ten Oxyde zur kochenden Lösung. In wenigen Secunden ist die Reaction vollendet. Es fällt sofort beim Erkalten ein reichlicher Niederschlag von yttriumhältigem, basisch salpetersaurem Erbium heraus. Damit ist das Princip des neuen Verfahrens gegeben. (Über die Erden des Gadolinits von Ytterby, I. Mitt. Sitz.-Ber. Akad. d. Wiss. Wien, 1883, 88. Bd II. Abt., S. 337.)

3 Sitz.-Ber. d. Akad. d. Wiss., Wien, II. Abt. 1883, 88. Bd., S. 1237.

4 Ebenda.

6 Sitz.-Ber. d. Akad. d. Wiss., Wien, Abt. II, 1884, 90. Bd., S. 337.

8 Sitz.-Ber. d. Akad. d. Wiss., Wien, Abt. II, 1885, 92. Bd., S. 317.

7 Ebenda.