Heft 
1934: Zweites Heft : Auer von Welsbach / von Franz Sedlacek
Entstehung
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Der Thor-Cer-Glühkörper.

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eine eigene Fabrik bei Philadelphia errichtet hatte. Auers Kompagnon, Fred Williams de Lafontaine, ein Engländer, der früher in Indien gedient hatte, war es übrigens gewesen, der, um die englischen Kapitalisten für die Erfindung zu interessieren, einen der zerbrechlichen Glühstrümpfe in der Hand von Wien nach London gebracht hatte. Die Fabrikation der Leuchtstrümpfe geschah im Inland <|urch Lindheim & Co. in Wien, in Deutschland durch J. Pintsch. In Österreich- Ungarn waren etwa 50000 Brenner eingerichtet worden.

Hatte die Glühlichtindustrie einen hoffnungsvollen Anfang genommen, so kam nun eine Zeit, da die Geschäfte immer schlechter gingen. Die neue Be­leuchtungsart hatte doch noch verschiedene Mängel, deretwegen sie das Publikum vielfach ablehnte. Neben der leichten Zerbrechlichkeit der Leuchtkörper war es vor allem ihr noch immer ungewohntes, kalt-grünliches Licht, das die Leute be­anstandeten, insbesondere wohl auch, weil es die Gesichtsfarbe der Damen un­vorteilhaft veränderte. ,,Das Gasglühlicht kam ins Stocken, so erzählt Auer , 1 allmählich bereitete sich eine Art Stagnation vor, die ursprünglichen Zweifler wurden wieder laut. Für mich kam eine sehr böse Zeit. Denn die in ihren Hoffnungen getäuschten Kapitalisten fingen an, ungehalten zu werden, und statt mir Zeit und Muße zur Arbeit zu lassen, drohte man mir mit Prozessen. Die Fabrik, die einige Jahre früher errichtet worden war, ... kam außer Betrieb, das Heer der Chemiker verlief sich nach allen Weltgegenden. Schließlich erwarb ich die Fabrik selbst und war zuletzt deren einziger Chemiker. Damit endete die erste Periode des Gasglühlichts.

VII.

Der Thor-Cer-Glühkörper.

Frühere Versuche mit Thor. IIaitingers Chrom-Tonerde-Glühkörper. Auers Thor- Cer-Glühkörper. Beschaffung der Rohstoffe. Leistung und Erfolge des neuen Glüh­lichts. Der Patentstreit in Deutschland. Weiterentwicklung des Gasglühlichts.

Schon zu der Zeit, als Auer seinen Lanthan-Zirkon-Leuchtkörper heraus­brachte, hatte er sich auch mit Versuchen über thoriumhältige Glühkörper be­schäftigt. In einem am 22. Jänner 1886 angemeldeten Patent schreibt er von der Thorerde:Sie besitzt von allen in der Flamme weiß leuchtenden Oxyden, welche die Chemie heute kennt, das größte Emissionsvermögen. Er gibt sodann Zusammen­setzungen von Glühkörpern aus den Oxyden von Thor, Lanthan, Zirkon und noch anderen Erden an. 2

Als im Jahre 1889 die Fabrik in Atzgersdorf geschlossen werden mußte, wurde auch Ludwig Haitinger entlassen und stellenlos. Haitinger war damals damit

hat das Auerlicht in den angelsächsischen Ländern den NamenWelsbach-light be­halten.

1 Journ. f. Gasbel. u. W., 1901, 44. .Jahrg., S. 663.

2 Diese Patentanmeldung enthält auch die auf S. 30 und 31 wiedergegebenen Zeich­nungen über den Bau der Brenner und die Anordnung der Mäntel. Eine weitere Patentanmeldung vom 4. Jänner 1887 betrifft die Erneuerung ausgebrannter Mäntel durch Überziehen mit Glühsubstanz.

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