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Erster Abschnitt.
Einen großen Gedanken aber hat Auer sein Leben lang mit sich herumgetragen, ohne ihn je verwirklicht zu sehen, den Plan, daß der Staat alle deutschen Schriftsteller unter dem Schutze der Regierung in Wien vereinige, ihre Werke verlege und sie würdig honoriere, um 'damit Wien zum Mittelpunkt der deutschen Literatur zu machen. Doch Auer konnte sich schließlich damit begnügen, in Wien eine typographische Musteranstalt geschaffen zu haben, wie sie kein anderes Land der Welt
besaß. Welches Ansehen die Staatsdruckerei im Auslande genoß, kam in den Erfolgen zum Ausdruck, die sie auf Ausstellungen errang, vor allem auf der Londoner Weltindustrieausstellung des Jahres 1851, wo sie in ihrer Ausstellungsklasse als einzige die höchste Auszeichnung, die Council Medal, erhielt und damit auch über die altberühmte Staatsdruckerei zu Paris den Sieg davontrug. Welchen Ruf aber ihr Leiter in der wissenschaftlichen Welt hatte, geht aus einem Brief hervor, in welchem Alexander von Humboldt sich über das graphische Museum des Professors G. J. Dekker lobend äußert, wobei als „der höchste Richter auf diesem Gebiete“ „der sehr berühmte Herr Director Auer in Wien“ 1 bezeichnet wird.
Im Jahre 1849, zu einer Zeit also, als er längst Regierungsrat und eine anerkannte Persönlichkeit war, hatte Alois Auer geheiratet. Seine Frau «Therese, geb. Neuditschka, war die Tochter eines angesehenen Welser Kaufmanns. Der Ehe entstammten vier Kinder: Leopoldine, Alois, Amalie und Carl. Diese Frau, die den Gatten um viele Jahre überlebte, blieb den Kindern eine vortreffliche Mutter, insbesondere aber dem Jüngsten, den sie, so selbständig er schon frühzeitig in sein Schicksal eingriff, bis zu seinem ersten großen Erfolg mit treuer Hand geleitete.
Eine große Zahl persönlicher Auszeichnungen wurde Auer im Laufe seines Ijebens zuteil. Im Gründungsjahr der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien, 1847, wurde er zum wirklichen Mitglied dieser Körperschaft ernannt. 1850 wurde ihm das Prädikat Ritter von Welsbach verliehen. Die Ordensaus-
Abb. 5. Alois Ritter Auer von Welsbach.
.V ach einer Litographie von A . Seumann.
1 Dienstleben, 8. 52.