Heft 
1934: Zweites Heft : Auer von Welsbach / von Franz Sedlacek
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen

Der Thor-Cer-Glühkörper.

43

r~

bedeutungsvoll, während das Acetylen, seinem hohen Heizwert- entsprechend, im Glühlichtbrenner eine besonders gute Leuchtkraft ergab. Auch Spiritus und Petroleum, sowie die leichteren, unter den Namen Benzin, Ligroin, Gasolin bekannten Erdöldestillate wurden mit Erfolg als Glühlichtbrenn- stoffe verwendet und spielten, z. B. für die Beleuchtung entlegener Einzelsiedlungen, eine bedeutende Rolle.

Die V er besserungsbestrebun - gen, die durch eine geänderte Art der Gasverbrennung gekenn­zeichnet sind, haben sich vor allem auf drei Probleme konzentriert: das hängende Glühlicht, die Preß­gasbeleuchtung und das Nieder­druck-Starklicht. In ihnen erreicht die Gasbeleuchtungstechnik die Höhe ihrer Entwicklung. Sie hat bis zu Lichtstärken von mehreren tausend Kerzen geführt.

Überblickt, man diese Ent­wicklung der Gasbeleuchtung seit Auer, so erscheint sie zweifellos gewaltig. Trotzdem werden in dieser Entwicklung weder neue ^ e ge beschritten, noch wird prin­zipiell Wesentliches aus Auers Erfindung fallen gelassen. Die Seele des Gasglühlichts, die Zusammen­setzung des Leuehtfluids, blieb un­verändert. Man fand eine leistungs­fähigere Faser für den Leucht­körper, man ordnete ihn hängend an > man setzte Gas oder Luft unter Üruck und intensivierte die Ver­brennung alles dies ist Ausgestal­tung, Fortentwicklung, Steigerung

des AuERschen Werkes und beweist nicht eine Unfertigkeit dieser Erfindung, ändern ihre ungeheure Fruchtbarkeit. Das Gasglühlicht ist erstaunlich voll­kommen und fertig aus der Hand seines Erfinders hervorgegangen, und so wie kein anderer vor Auer ein taugliches Inkandeszenzlicht fertiggebracht hatte, so konnte auch nachher seine Erfindung von fremden Händen wohl ausgestaltet, nic ht aber grundsätzlich umgestaltet werden.

Abb. 17. Dr. Carl Auer von Welsbach. Xach einer Photographie.