Das Cereisen.
Gl
besser funkende Legierung des Antimons mit Mangan wurde erst zu einer Zeit gefunden, als Auers Cereisen schon bekannt war und konnte sich daher neben diesem nicht behaupten. Auch die sogenannten Sturmfeuerzeuge, bei denen die Funken durch Reibung eines Schmirgelrädchens an einem Stahlstück erzeugt wurden, haben nie nennenswerte Bedeutung besessen. Daß das Metall Uran beim Ritzen mit der Feile oder auch beim Schütteln seiner Stücke Funken gibt, beobachtete zuerst der französische Chemiker Moissan, der auch empfahl, Uran mit Eisen zu legieren, um stärkere Funken zu erzielen.
Metallisches Cerium 1 war, wenn auch nicht rein, zuerst von Mosander im Jahre 1826 durch Zersetzung des Chlorids mit Kalium hergestellt worden. Ebenso wie er erhielt auch Beringer 1842 das unreine Cermischmetall noch als braunes Pulver, das aber beim Reiben mit dem Polierstahl grauen Metallglanz annahm. Wühler, der 1867 Cerchlorid im Tiegel mit Natrium schmolz, erhielt bereits kleine Metallkügelchen, doch ist es nicht sicher, ob diese nicht mit Natrium legiert waren. Der Versuch Winklers vom Jahre 1891, Ceroxyd mit Magnesium zu reduzieren, ergab nur ein verunreinigtes schwarzes Pulver. Samter (1911), Moldenhauer (1914) und andere haben versucht, Cerverbindungen mit Calcium zu reduzieren.
Das in der Technik erfolgreiche Verfahren, das Metall durch Elektrolyse der geschmolzenen Ceritchloride zu gewinnen, geht auf Bunsen und seine Schüler Hillebrand und Norton zurück, die es 1875 laboratoriumsmäßig durchführten. Aus den geringen Chloridmengen, über die sie verfügten, konnten sie an einer Kathode aus feinem Eisendraht wenige Gramm des Metalls erhalten. 1888 verwendete Borchers zur Aufnahme der Chloridschmelze (Ceritchloride mit Natrium- und Kaliumchlorid) einen Eisentiegel, der zugleich die Kathode war und fand, daß für die Abscheidung kompakten (nicht pulverförmigen) Metalls weniger die Kathodenstromdichte, 2 als eine hohe Erhitzung des Schmelzbades wichtig sei. Seinem Schüler Stockem gelang es 1901, den Ofen so zu verbessern, daß er nicht wie bisher von außen, sondern mit dem Elektrolysierstrom selbst beheizt wurde, wodurch es möglich war, die Tiegelwandung zu kühlen und damit zu verhindern, daß das abgeschiedene Metall Verunreinigungen aus ihr aufnahm.
Ähnlich waren auch die Öfen gebaut, die Muthmann in München und seine Schüler verwendeten. In einem Ofen, der teils durch den Elektrolysengleichstrom, teils durch wechselstromdurchflossene Glühstäbchen beheizt wurde, konnten sie in 6 Stunden mit einer Stromstärke von 120 Ampere bei 61% Stromausbeute etwa dreiviertel Kilogramm Cermischmetall hersteilen.
Auer von Welsbach wurde vor allem dadurch bewogen, sich mit der Cer- Rewinnung zu beschäftigen, daß er für die bei der Monazitsandverarbeitung anfallenden cerhältigen „Berge“ eine nutzbringende Verwendung suchte. Da er nicht »ur die elektrolytische Herstellung des Cermetalls, sondern auch dessen auffallendes unkensprühen bei mechanischer Bearbeitung von seinem Lehrer Bunsen her kannte, scheint es naheliegend, daß er schon von Anfang an die Schaffung eines Zündgeräts dachte und vielleicht auch daran, hiermit zugleich einen Hauptnachteil
1 Pber die Entdeckung des Elementes Cer vgl. 8. 15.
2 Stroindiehte ist die Stromstärke, bezogen auf die Elektrodenfläche, also die Ampereanzahl je Quadratzentimeter.