Heft 
1934: Zweites Heft : Auer von Welsbach / von Franz Sedlacek
Entstehung
Seite
65
Einzelbild herunterladen

Ytterbiumzerlegung und andere Arbeiten.

05

Etwa um das Jahr 1900 nahm Auer eine halbe Tonne Roh-Ytteroxalate, die von der österreichischen Gasglühlichtgesellschaft aus Monazitsand hergestellt worden waren, in Arbeit. Das Trennungsverfahren, das er zu diesem Zweck aus­arbeitete, beruhte auf der verschiedenen Löslichkeit der Ammondoppeloxalate der einzelnen Erden der Yttergruppe. Auch durch diese langwierigen Trennungsreihen bildete das Funkenspektrum, mit Auers selbstkonstruierten Apparaten erzeugt, stets den Führer. Das Spektrum war es auch, das in einer Endfraktion, die reines Ytter­bium enthalten sollte, auffallende Verän­derungen zeigend, das erste sichere An­zeichen für die Zerlegbarkeit des Elements Ytterbium lieferte.

Da auch der französische Forscher Urbain das Ytterbium zerlegt hatte und seine Publikationen annähernd gleichzeitig mit der Auers herausbrachte, entstanden zwischen diesen beiden Gelehrten Meinungs­differenzen in der Prioritätsfrage dieser Entdeckung. Es sollen daher die ent­scheidenden Veröffentlichungen beider hier sowohl zeitlich als auch inhaltlich, soweit dies auf beschränktem Raum möglich ist, verglichen werden.

Daß das Ytterbium ein Mischelement sei, hatten schon andere Forscher vermutet. Ge­wißheit darüber erlangte Auer durch Beob­achtungen, die er zu Beginn des Jahres 1905 machte, worüber er der Akademie der Wissen­schaften am 30. März desselben Jahres be­richtete. In diesem Bericht heißt es:Im Verlaufe der Untersuchungen, die ich auf den!

Gebiet der seltenen Erden seit Jahren durch­führe, gelang es mir kürzlich, den Nachweis zu erbringen, daß das von Marignac im Jahre

1878 entdeckte Ytterbium, dessen elementare Natur auf Grund spektralanalytischer Beobachtungen später in Zweifel gezogen worden ist, 1 in der Tat ein zusammen­gesetzter Körper ist. Es besteht hauptsächlich aus zwei Elementen. 2 Auer gibt an, daß die Funkenspektren der neuen Elemente Teile des Ytterbiumspektrums seien, jedoch anscheinend manche Linien gemeinsam hätten.

Abb. 19. Präparatenglas, welches bei den Arbeiten zur Ytterbiumtrennung reines Cassiopeium enthielt.

Die Abkürzungen auf den Etiketten be­deuten: .Cassiopeium rein für die Atom­gewichtsbestimmung. Ex Endlauge der Reihen 169 bis 261. Ferner bis 16. Fraktion der 164. Reihe. 16,6 Gramm. Cassio­peium II Sulfat.*

1 Exner und Haschek, Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien, niathem.-naturw. Klasse, Bd. CV1I, Abt. II a. (Fußnote des Originals.)

2 Anzeiger der mathem.-naturw. Kl. d. Akad. d. Wiss., Jalirg. 1905, Nr. X.

Geschichte der Technik, H. 2. "»