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Dreizehnter Abschnitt.
Er starb am 4. August des Jahres 1929 um 1 / 2 4 Uhr morgens auf seinem Schloß Welsbach. D’Ans, dem wir einen ausgezeichneten biographischen Aufsatz verdanken, schreibt über Auers Tod: „Am Freitag, den 2. August 1929, bei einer Ausfahrt mit dem Auto, wurde ihm schlecht bei großen Schmerzen in der Magengegend. Die Untersuchung durch die Ärzte am folgenden Tag war sehr schmerzhaft, sie erkannten die Schwere der Erkrankung und rieten zu einer Durchleuchtung.
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Abb. 28. Der Auer-Welsbach-Park mit dem Schloß Schönbrunn vom Technischen Museum
aus gesehen.
Doch stand er darnach auf, ging in den Garten, blickte umher, schloß sein Arbeitszimmer auf, verbrannte mehrere Papiere, blieb lange vor dem Bild seines Vaters stehen, ging darauf ins Laboratorium, deckte sein Spektroskop auf, streichelte es mit der Hand zärtlich, blickte auf die anderen, nahm von seinen letzten, noch immer in Arbeit befindlichen Thuliumreihen durch eine weite Handbewegung Abschied, schloß die Räume wieder ab und legte sich ruhig hin. Zwölf Stunden darauf, am frühen Morgen des Sonntags, war er sanft für ewig entschlummert.“ 1 Die Leiche Auers von Welsbach wurde am 6. August auf Schloß Welsbach feierlich eingesegnet, hierauf nach Wien übergeführt, wo am 7. August die Beisetzung in der Familiengruft des Hietzinger Friedhofs stattfand.
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1 J. D’Ans: Carl Freiherr Auer von Welsbach. Berichte d. Deutsch. Chem. Ges., Jahrg. 64 (1931), Heft 5, Abt. A, S. 91.