Heft 
1934: Zweites Heft : Auer von Welsbach / von Franz Sedlacek
Entstehung
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Auers Persönlichkeit, sein Lebensabend und Tod.

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Universität Heidelberg ernannte ihn zum Ehrensenator. Er war Mitglied der Akademien der Wissenschaften in Wien, Berlin und Stockholm, Ehrenmitglied der Deutschen Chemischen Gesellschaft und anderer Fachvereinigungen, er besaß den Siemensring * 1 und mehrere ausländische Medaillen, er erhielt 1921, anläßlich ihrer erstmaligen Verleihung die Exnermedaille des Niederösterreichischen Ge wer be - Vereins und war Ehrenbürger mehrerer Städte und Gemeinden.

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Abb. 27. Die Feier des 70. Geburtstages auf Schloß Welsbach. Auer, im Kreise seiner Familie, empfängt Deputationen der Kärntner Gemeinden.

Aber die vielleicht eindrucksvollste Ehrung war es, als im Spätsommer des Jahres 1928 die gesamte wissenschaftliche Welt in gleicher Weise wie die schlichte Landbevölkerung seiner Kärntner Gemeinde dem Siebzigjährigen zu seinem Ge­burtstag huldigte. 2 Damals wurden Auer zwei große Kristallvasen überreicht, deren eine mit Neodymoxyd violettrot, die andere mit Praseodymoxyd gelbgrün gefärbt war, und es wird erzählt, daß der Jubilar alsbald sein Taschenspektroskop hervorzog und die beiden Gläser recht eingehend prüfte, wohl um zu sehen, ob seine Elemente Neodym und Praseodym für die Glasfärbung auch in genügender Reinheit verwendet worden seien.

Auer von Welsbach hat diese Geburtstagsfeier um kein volles Jahr überlebt.

1 Siehe Abb. 25.

1 Eine herzlich gehaltene Adresse, von Prof. Fritz Paneth verfaßt, sandte die Deutsche Chemische Gesellschaft ihrem Ehrenmitgliede. Berichte d. Deutsch. Chem.

Ges., 61 A (1928), S. 147.