Das Inkandeszenzprinzip vor Auer.
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die FRANKENSTEiNschen Lampen bei jedem Anzünden mit einem neuen Glühkörper versehen werden. Von der Leistung dieser Lampen spricht der Bericht über einen Experimentalvortrag, den Frankenstein am 31. Juli 1847 in Wien hielt. Es heißt dort, daß die Lichtintensität der Öllampe um das „Zwei- bis Dreifache“ gesteigert, die Leuchtkraft der Gasflamme „auf das Doppelte“ erhöht werde. Von der Weingeistflamme aber wird gesagt, daß sie ein „blendend weißes Licht“ ausstrahle. 1 Gemäßigter klingt freilich ein Bericht des Professors C. H. Hassenstein in Leipzig, der den bemerkenswerten Satz enthält: „Das Lunarlicht soll nicht die gewöhnliche Beleuchtung ersetzen, sondern kann nur als Nachtlicht oder zur Be-’
^bb. 11. Auers und Frankensteins Glühkörper, abgebrannt in 10-facher Vergrößerung. Auers Leuchtkörper (links) wurden mit Lösungen imprägniert, die von Frankenstein (rechts) nur mit Aufschlämmungen unlöslicher Körper getränkt. Das Gewebe zeigt nach dem Abbrennen deutlich die grundlegende Verschiedenheit der Verfahren.
leuchtung für Krankenzimmer dienen, da es auch selbst für schwache Augen angenehm ist.“ 2 Auch der Name „Lunarlicht“, den der Erfinder wählte, deutet ja nicht gerade auf blendende Helle hin. In der gleichen Veröffentlichung findet sich zudem noch der Satz: „Daß das Lunarlicht aber von denen nicht benützt werden kann, welche sparen wollen, versteht sich von selbst.“
Aus all dem ergibt sich, daß die FRANKENSTEiNsche Lunarlampe lichtschwach, a | )er teuer im Betrieb war, da ihr Glühkörper keinerlei Haltbarkeit besaß. Der er gleich mit dem AüERschen Glühstrumpf zeigt also, daß außer der Verwendung anderen Materials auch der Unterschied in der Herstellung des Glühkörpers von ausschlaggebender Bedeutung ist.
Zu den bisherigen Methoden der Inkandeszenzbeleuchtung waren zumeist ' ase verwendet worden, die, wie der Wasserstoff und das Wassergas, von Natur mit n ichtleuchtenden Flammen brannten. Die Voraussetzung für die Ver-
lu 1 ^ iener Zeitung vom 26. August 1847, abgedruckt in Dinglers Polytechn. Journal, 184 L 1hl. 106, S. 317.
Leipziger Tageblatt und Anzeiger, 1848, Nr. 56, S. 526. Zit. nach v. Perger, Rankenstein’s Lunar- und Solarlicht und Auer’s Gasglühlicht“, S. 7.