Heft 
1934: Zweites Heft : Auer von Welsbach / von Franz Sedlacek
Entstehung
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Der Lanthan- Zirkon- Glühkörper.

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durch viele Experimente erhärtete Tatsache,daß molekulare Mischungen gewisser Oxyde Eigenschaften annehmen können, die sich aus den Eigenschaften der Kom­ponenten nicht hätten ableiten lassen. 1 In diesem von Auer so betonten Umstande liegt ja auch der grundlegende Unterschied zwischen seinem Leuchtkörper und dem v. Frankensteins, der, wie schon früher 2 dargetan wurde, nur mit Auf­schlämmungen getränkt und nicht mit Lösungen imprägniert war (vgl. Abb. 11).

Die genannte Patentschrift enthält ferner die Angaben über die Her­stellung der Mäntel. 3 Das Baumwoll- gewebe wurde mit Salzsäure gereinigt und mit einer 10%igen Lösung der Nitrate oder Acetate der Erden im­prägniert, dann der Einwirkung von Ammoniakgas ausgesetzt und getrocknet.

^ on dem so behandelten Gewebe wurde ein rechteckiges Stück bestimmter Größe plissiert, an einem Rande mit einem dünnen Platindraht durchzogen, worauf m an diesen zum Ring bog und die dadurch zusammenstoßenden Gewebe­ränder mit einem imprägnierten Baum- wollfaden vernähte. Der Mantel wurde an einem etwas stärkeren Platindraht befestigt und über dem Bunsenbrenner angebracht. Ein solcher Glühkörper normaler Größe ergab bei voller Weiß­glut etwa eine Lichtstärke von 15 bis -ü Hefnerkerzen.

In seiner zweiten Patentanmeldung vom 27. Oktober 1885 setzt Auer in der Erdmischung des Glühkörpers Zirkonoxyd an die Stelle der Magnesia. Es wird

eine Zusammensetzung von

00% Zirkonoxyd,

50% Zirkonoxyd

30% Lanthanoxyd

oder auch

und

und

50% Lanthanoxyd

10% Yttriumoxyd

angegeben. Nebenbei sei bemerkt, daß hier auch auf die Verwendbarkeit einer starken Spiritusflamme anstatt der entleuchteten Gasflamme hinge- wie.sen wird.

1 Journ. f. Gashel. u. W., 1901, 44. Jahrg., S. 062.

1 Vgl. s. 24f.

Die Mäntel für die ersten Versuche soll Auers Mutter gehäkelt haben.

Abb. 13. Auers Gasglühlichtbrenner. Zeichnung aus der österreichischen Patentschrift vom 27. Oktober 1885.

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