Der Lanthan- Zirkon- Glühkörper.
31
durch viele Experimente erhärtete Tatsache, „daß molekulare Mischungen gewisser Oxyde Eigenschaften annehmen können, die sich aus den Eigenschaften der Komponenten nicht hätten ableiten lassen“. 1 In diesem von Auer so betonten Umstande liegt ja auch der grundlegende Unterschied zwischen seinem Leuchtkörper und dem v. Frankensteins, der, wie schon früher 2 dargetan wurde, nur mit Aufschlämmungen getränkt und nicht mit Lösungen imprägniert war (vgl. Abb. 11).
Die genannte Patentschrift enthält ferner die Angaben über die Herstellung der Mäntel. 3 Das Baumwoll- gewebe wurde mit Salzsäure gereinigt und mit einer 10%igen Lösung der Nitrate oder Acetate der Erden imprägniert, dann der Einwirkung von Ammoniakgas ausgesetzt und getrocknet.
^ on dem so behandelten Gewebe wurde ein rechteckiges Stück bestimmter Größe plissiert, an einem Rande mit einem dünnen Platindraht durchzogen, worauf m an diesen zum Ring bog und die dadurch zusammenstoßenden Geweberänder mit einem imprägnierten Baum- wollfaden vernähte. Der Mantel wurde an einem etwas stärkeren Platindraht befestigt und über dem Bunsenbrenner angebracht. Ein solcher Glühkörper normaler Größe ergab bei voller Weißglut etwa eine Lichtstärke von 15 bis -ü Hefnerkerzen.
In seiner zweiten Patentanmeldung vom 27. Oktober 1885 setzt Auer in der Erdmischung des Glühkörpers Zirkonoxyd an die Stelle der Magnesia. Es wird
eine Zusammensetzung von
00% Zirkonoxyd,
50% Zirkonoxyd
30% Lanthanoxyd
oder auch
und
und
50% Lanthanoxyd
10% Yttriumoxyd
angegeben. Nebenbei sei bemerkt, daß hier auch auf die Verwendbarkeit einer starken Spiritusflamme anstatt der entleuchteten Gasflamme hinge- wie.sen wird.
1 Journ. f. Gashel. u. W., 1901, 44. Jahrg., S. 062.
1 Vgl. s. 24f.
Die Mäntel für die ersten Versuche soll Auers Mutter gehäkelt haben.
Abb. 13. Auers Gasglühlichtbrenner. Zeichnung aus der österreichischen Patentschrift vom 27. Oktober 1885.
•4 ►