Ytterbiumzerlegung und andere Arbeiten. 67
neuen Elements nicht brauchbar seien. Erst später zeigte sich, daß er damit recht hatte.
Die schon erwähnte ausführliche Abhandlung Auers von Welsbach „Die Zerlegung des Ytterbiums in seine Elemente“ 1 enthält eine eingehende Beschreibung des TrennungsVerfahrens, dann eine genaue Besprechung der Funkenspektren. Auf Tabellen, die sich über 20 Seiten erstrecken, hat Auer seine Messungen der Wellenlängen niedergelegt. Diese Tabellen werden durch einige hervorragende photographische Spektraltafeln ergänzt. Den beiden neuen Elementen, aus denen das
Abb. 20. Das nach Auers Angaben gebaute große Spektroskop, das er bei seinen Spektraluntersuchungen verwendete. (Nach Sitz.-Ber. d. Akad. d. Wiss., Wien, II b, 131. Bd. 1922, Tafel V.)
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Ytterbium besteht, gab Auer die Namen „Aldebaranium“ und „Cassiopeium“. 2 Als ihre Atomgewichte gab er die Mittelwerte je dreier Analysen bekannt:
Aldebaranium (Zeichen Ad) = 172,90,
Cassiopeium (Zeichen Cp) = 174,23.
Ein Nachtrag zu dieser Arbeit, der 1913 erschien, verbessert diese Werte in 173,00 für Ad und 175,00 für Cp 3 (die offiziellen Zahlen von 1934 sind 173,04 und 175,0).
Mit dem Prioritätsstreit zwischen Auer von Welsbach und Urbain befaßte sich im Jahre 1909 die Internationale Atomgewichtskommission, welcher übrigens Urbain als Mitglied angehörte. Die Kommission zog, ohne die früheren Mitteilungen Auers zu berücksichtigen, nur die 1907 veröffentlichten Arbeiten der beiden Forscher in Betracht, sprach Urbain die Priorität zu und nahm die von ihm vor-
1 Sitz.-Ber. d. Akad. d. Wiss., Wien, 116 (1907), Abt. II b, S. 1425.
* Nach den Gestirnen Aldebaran und Cassiopeia.
n Sitz.-Ber. d. Akad. d. Wiss., Wien, 122 (1913), Abt. Ilb, S. 969 u. 970.